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Triggerwarnungen in Büchern: Was das mit mir beim Schreiben macht und was Psychologen dazu sagen

In letzter Zeit lese ich des Öfteren Blogtexte, in denen es um die Wichtigkeit von Triggerwarnungen in Büchern geht. Solche Warnungen sollen traumatisierte Menschen vor verstörenden Inhalten bewahren. Das fand ich grundvernünftig, wurde doch meist anhand des tragischen Beispiels einer Freundin, die als traumatisierte Person durch das unverhoffte Lesen brutaler Textstellen retraumatisiert wurde, die Wirkung dieser Trigger erläutert. Auch auf Bücherblogs wird hin und wieder der Wunsch geäußert, gewisse Bücher mit Triggerwarnungen zu versehen. Zudem habe ich gesehen, dass Leser durchaus auch „Sternchen“ in der Bewertung abziehen, wenn ein Buch mit gewaltbeschreibenden Textstellen keine Triggerwarnung aufwies.

In mir bleibt nach dem Lesen solcher Beiträge ein dumpfes Schuldgefühl zurück. Ich schreibe Bücher über Vampire. Wesen, die kein Gewissen besitzen und die ihrem Gegenüber unter Umständen unbeschreiblich üble Dinge antun. Dennoch schreibe ich keinen Splatter oder Horror, sondern Urban Fantasy für den Durchschnittsleser oder die Durchschnittsleserin. Es gibt jedoch Vampirgeschichten, die alles andere als gewalttätig oder beängstigend sind, sondern eher lustig oder romantisch. Solche Geschichten könnten die Erwartung schüren, auch meine Vampirgeschichten wären so. Zumal die Cover meiner Bücher recht unblutig daherkommen.

Was passiert nun, wenn eine schwer traumatisierte Leserin eine nette Geschichte erwartet und dann unverhofft Mara Mondschatten im Blutrausch erlebt? Oder Doktor Messerbach, wie er Korwin Schwarzvogel an den Rand des wirklichen Todes foltert? Ich versuchte, es mir lieber nicht auszumalen. Doch das schlechte Gewissen drückte immer mehr.

Bald merkte ich beim Schreiben, dass eine kleine Schere in meinem Kopf zu schnippeln begann. Fragen wie „Lasse ich diese Gewaltszene lieber weg?“ oder „Darf ich das überhaupt so schreiben?“ schlichen sich immer öfter in meinen kreativen Prozess und drohten, meine Texte zu beeinflussen. Auch beim Klappentext fing ich an zu überlegen, wie ich daraus einen Warntext machen könnte. Etwas, das eher einem Beipackzettel zu einem Medikament gleicht als einer Zusammenfassung des Romans.

Als mir der nächste Triggerwarnungs-Blogartikel über den Weg twitterte, befragte ich aus reiner Neugier zu diesem Thema zwei Fachleute. Eine Diplom-Psychologin und einen Kinder- und Jugendpsychiater. Beide antworteten mir im selben Tenor: Triggerwarnungen bei Unterhaltungsliteratur halten sie für „Humbug“ oder „Bullshit“.

Mir wurde erläutert, dass es in der Traumatherapie darum ginge, das Trauma zu verarbeiten und den Patienten zu befähigen, ein normales Leben zu führen. Und zu diesem normalen Leben gehöre auch der Konsum von Unterhaltungsmedien. Es sei im richtigen Leben unmöglich, Triggern aus dem Weg zu gehen. Zumal traumatisierte Menschen nicht nur auf direkte Stimuli verstört reagieren können. Um ein Flashback auszulösen, würde schon – je nachdem, wie das Verbrechen passiert sei – eine Kleinigkeit ausreichen, wie z.B. zufällige körperliche Nähe in einem öffentlichen Verkehrsmittel. (Ich selbst habe von einem Fall gehört, da löste der Geruch eines Duschgels einen Flashback aus.)

Das Therapieziel bei Traumaopfern sei nicht die Vermeidung solcher Situationen, denn das würde das Leben der Betroffenen extrem einschränken. Meine Ansprechpartner wiesen mich darauf hin, dass Traumapatienten mündige Menschen seien und deshalb in der Lage dazu, ein Buch sofort zu unterbrechen, wenn sie an eine Stelle gelangen, die in ihnen Angst, Unwohlsein oder zu starke Erinnerungen auslösen. Solche Triggerwarnungen könnten von Betroffenen sogar als Gängelung empfunden werden.

Neben dem Hinweis: „Für tatsächliche Trauma-Kranke muss die Welt nicht wattiert werden“ erhielt ich auch noch Formulierungshilfen für den Klappentext, falls ich an der Triggerwarnungstheorie festhalten sollte:

„Dieses Buch enthält Unvorhergesehenes, mehr als das Cover erahnen lässt. Für manche entstehen Gestalten, die sich aus den Zeilen in ihr Leben bewegen und NIE wieder daraus verschwinden.“

Oder

„Das Lesen dieser Zeilen könnte Auswirkungen auf Ihr Leben haben.“

Unsere Fantasie befähigt uns, alles Mögliche – und auch das Entsetzliche – in diese nicht so ganz bierernst gemeinten Hinweise hineinzuinterpretieren. Und ich versuche jetzt, die Schere schnellstmöglich wieder aus meinem Kopf hinauszuwerfen. Es wird sicher eine Weile dauern. Aber Trywwidt und Korwin Schwarzvogel und ihre grausam-schrägen Abenteuer werden mir dabei helfen.

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„Eine Fee namens Johnny“ mit Illustrationen von mir

Merret hat es nicht leicht. Die Kleine ist Brillenträgerin. Ein Pflaster verklebt eines der Brillengläser, was immer wieder Angriffsfläche für mobbende Mitschüler bietet. Und dann wird auch noch ihr Hund Freddie krank. Merret könnte verzweifeln, wenn da nicht auf einmal dieser geheimnisvolle Johnny auftauchen würde. Und der hat so einige Tricks auf Lager. In „Eine Fee namens Johnny“ wird eine Geschichte über Angst und Mut, über Selbstbehauptung und die Kraft von Freundschaft und Fantasie erzählt, verpackt in ein spannendes Fantasyabenteuer für Kinder zum Vorlesen oder zum selber lesen.

Als ich Ende 2016 die Anfrage der Autorin Anke Höhl-Kayser erhielt, ob ich nicht mal für ein Kinderbuch was zeichnen kann, musste ich eine ganze Weile mit mir kämpfen. Einerseits habe ich bis vor einigen Jahren sehr viel gemalt und gezeichnet. Andererseits habe ich das Ganze nach der Geburt meiner Tochter aufgeben müssen, weil die innere Ruhe, die ich zum Malen brauche, nicht mehr da war. Außerdem befand ich mich damals in der Endphase der Überarbeitung meines zweiten Trywwidt-Romans. Und an zwei großen Projekten parallel arbeiten, das ist bei mir leider nicht drin. Trotzdem bin ich nach einigem Hin und Her das Wagnis eingegangen, habe mich auf den Hosenboden gesetzt und die Illustrationen für das Buch geliefert. Ich hoffe, es macht euch genauso viel Spaß, das Buch zu lesen, wie es mir Freude gemacht hat, die Illustrationen zu zeichnen.

„Eine Fee namens Johnny“ gibt es überall im Buchhandel. Als E-Book oder gedrucktes Buch (ISBN-13: 978-3957651143).

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Aufbruchsstimmung: Dieser Herbst ist mein Frühling

Zur Zeit geht es bei mir Schlag auf Schlag. Den Sommer über habe ich an der Druckausgabe von Trywwidt II gearbeitet. Seit Oktober ist das Taschenbuch im Handel erhältlich. Im Buch sind, genau wie im ersten Teil, wieder ein paar Illustrationen von mir zu finden.

Wenn alles klappt, werde ich vielleicht sogar eine Lesung zum zweiten Band in einem Leipziger Club machen.

Meine Coverbild-Künstlerin Anke Merzbach hatte zudem die Idee für fetzige Magnet-Lesezeichen, sodass ich mit dem Gedanken spiele, mal wieder eine Verlosung auf Facebook zu starten.

Auch zur Pressearbeit konnte ich mich motivieren. Vermutlich wegen des Energieschubs, den mir die zufällig im Kühlschrank gefundene Schokolade verpasst hatte.

 

Neben der Druckausgabe von Trywwidt II habe ich im Oktober mit Schattenruf eine echte Neuerscheinung vorzuweisen. Eine Erzählung, die mit meinen Trywwidt-Romanen im lockeren Zusammenhang steht. Wenn man so will eine Art „Sequel“.

Sie ist als E-Book erschienen und kann kostenlos in so ziemlich allen Shops heruntergeladen werden.

Das Cover habe ich dieses Mal selbst gestaltet. Es musste schnell gehen und es hat Spaß gemacht.

 

Und noch ein weiteres meiner E-Books schafft gerade den Sprung aus der virtuellen in die reale Welt. Die Schrägen Biester gibt es schon seit einigen Jahren als Ausstellung im Bergzoo in Halle (Saale) sowie als Kindle-E-Book. In letzter Zeit haben sich die Anfrage gehäuft, ob es die in der Ausstellung gezeigten „Biester“ nicht auch als Buch zu kaufen gäbe. Also habe ich – Augen zu und durch – das Projekt in Angriff genommen und eine Druckvorlage erstellt. Diese werde ich, wenn nichts dazwischen kommt, in der ersten Novemberwoche bei Books on Demand hochladen und zum Druck freigeben.

Und weil das noch nicht reicht, scheint gerade ein tolles Kinderbuch im Lektorat zu sein, zu dem ich Illustrationen geliefert habe. Das Buch soll noch im November erscheinen. Aber dazu mehr, wenn es soweit ist.

 

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Autorenleben im Web 2.0

Manuskriptseiten

Arbeit an der Druckversion zu „Schräge Biester“

Neben meiner Webseite habe ich, wie vermutlich sehr viele andere Autorinnen und Autoren, eine Facebookseite. Auf dieser berichte ich von meinem Leben als Indie-Autorin.

Menschen, die meine Seite geliket haben, erfahren, wenn ich etwas Neues veröffentliche oder andere Erfolge vermelden kann. Leider besteht das Autorenleben nicht nur aus Erfolgen, die einem mühelos zufliegen und nur darauf warten, in die Welt posaunt zu werden. Eher das Gegenteil ist der Fall. Zumindest in meinem ganz speziellen Fall.

Ich empfinde das Schreiben als etwas unglaublich Spannendes und Bereicherndes – nicht zuletzt, wenn ich von Lesern Feedback via Rezension oder Mail bekomme. Und zugleich kann das Schreiben auch anstrengend sein.

Einerseits fällt es mir leicht, stundenlang vor dem Rechner zu sitzen und Wörter in die Tastatur zu hämmern. Heimlich bezweifle ich sogar die Existenz jener mysteriösen Schreibblockade, die andere Autoren immer wieder zu plagen scheint. Wobei ich das nie laut sagen würde. Genauso wenig, wie ich die Existenz von Kopfschmerzen verneinen kann, nur weil ich selbst noch nie im Leben welche hatte.

Und dann ist da dieses „Andererseits“. Die Zeit, die oft zum Schreiben fehlt. Der Alltag, der den Kopf so dicht und müde macht, dass an Schreiben nach der Arbeit oder am Wochenende zwischen den Wäschebergen nicht zu denken ist. Die Selbstzweifel, die an mir nagen: Ist der Text gut genug? Kann ich es wagen, mich mit meinen selbstverlegten Büchern an die Presse oder an den Buchhandel zu wenden? Kann so jemand wie ich eine Lesung machen? Dann die Zweifel an meinem Text, die aufkommen, wenn ich die nur langsam wachsende Anzahl von Rezensionen im Webshop sehe oder die eher bescheidenen Verkaufszahlen. Auch das gehört zum Alltag. Zumindest zu meinem Alltag als Indie-Autorin.

Ich sehe es deshalb nicht als meine Mission an, die sozialen Netzwerke oder meine Webseite pausenlos mit Erfolgsmeldungen vollzuschreiben, gespickt mit Herzchen und Küsschen und diversen Hinweisen darauf, wie überglücklich und unglaublich aufgeregt ich bin. Ich versuche eher, so gut es geht, ein halbwegs reales Bild meiner Autorenpersönlichkeit abzugeben. Dabei kann ich nicht ständig in Partystimmung sein und betrunken vor Freude an mir selbst das Internet volljubeln.

Auch wenn ich manchmal selbstironisch bin und manchmal vielleicht auch ein ganz kleines bisschen verzweifelt, mindert das weder meinen Spaß am Schreiben noch die Qualität meiner Texte.

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Gedanken zum Welt-Mädchentag

Hexenmädchen fliegt auf dem BesenNeben meiner Romanschreiberei arbeite ich unter anderem im Bereich Social Media. Alles, was in diesem Job zählt, scheint das Posten von Beiträgen bei Facebook zu sein – gern auch völlig sinnbefreit – , die eine hohe Reichweite erzielen. Eine sichere Bank für vergleichsweise hohe Reichweiten sind im Moment schöne Fotos auf denen ein nachdenklicher Spruch draufgeschrieben ist. Irgendeine Kalenderweisheit oder die hohe Schule der Küchenphilosophie, bei der man beim Durchlesen mit dem Kopf nicken und „Genauso ist es!“ sagen kann.

Am Welt-Mädchentag bot es sich natürlich an, eine solche Text-Bildmontage zum Thema „Mädchen“ zu posten. Also machte ich das, was ich in solchen Fällen immer mache: Ich stöberte in Zitatensammlungen im Internet und hielt nach Ideen für geeignete Sprüche Ausschau. Zum Thema „Mädchen“ fand ich viele. Aber auf den ersten und auch auf den zweiten Blick keinen einzigen, der für diesen Anlass geeignet gewesen wäre.

Nach dem Lesen der Sprüche war ich ziemlich niedergeschlagen. Ich fühlte mich als Mädchen, das ich vor vielen Jahren war, in den Dreck gezogen. Genauer von einer Person zu einer Sache degradiert. Und es wurde mir mal wieder bewusst, wie verzerrt die Sicht der Menschen – oder der Männer (?) oder mancher/einiger/vieler Männer (schließlich darf man nie alle über einen Kamm scheren) – in den vergangenen Generationen selbst auf so etwas Unverfängliches wie ein Kind war, wenn es denn weiblichen Geschlechts war. Ein Blick, der auch auf das zur Frau gereifte Mädchen nicht wirklich besser wurde und bis heute wird.

Ich hole mir jetzt meinen Brecheimer und ihr könnt gern in der Zeit ein paar der Zitate* lesen, die mich zu diesem Blogbeitrag inspiriert haben.

(( *) Ich bin mir dessen bewusst, dass mit dem Begriff „Mädchen“ in den weiter unten stehenden nachdenklichen Sprüchen nicht ausschließlich kleine Kinder gemeint sind, sondern auch junge, unverheiratete Frauen. Was wiederum ebenfalls für sich spricht. Denn durch die Bezeichnung „Mädchen“ wird der jungen Frau quasi ihre mündige Erwachsenenschaft abgesprochen und sie wird zum kleinen Kind degradiert, das nicht eigenständig denken und handeln kann und das nichts zu melden hat in der Erwachsenenwelt. Als mir dieser Zusammenhang neulich bewusst wurde, habe ich übrigens den Text in „Trywwidt II“ geändert, in denen sich Korwin an einer jungen Frau satt trinkt. Ich habe – hoffentlich alle – Stellen, in denen das Wort „Mädchen“ auftauchte in Frau/junge Frau geändert.))

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Ein Mädchen vor dem Spiegel ist die Frucht, die sich selber ißt.

– Friedrich Hebbel –

 

Über äffische Mädchen lachen Fenster und Wege.

– Sorbisches Sprichwort –

 

Schöne Mädchen und zerrissene Kleider bleiben überall hängen.

– Deutsches Sprichwort –

 

Ein Mädchen ist leichter zu beurteilen als ein Gedicht.

– Blaise Pascal –

 

Ein Mädchen ohne Freund ist wie ein Frühling ohne Rosen.

– Aus Frankreich –

 

Junge Mädchen suchen durch Naivität das nur zu scheinen, was sie wirklich sind; nämlich: dumm.

– Heinrich Martin –

 

Dem Herzen eines Mädchens ist ihre eigene Schönheit und ihr Liebreiz teuer.

– Ovid –

 

Mädchen und Eier muß man nie lange aufheben.

– Deutsches Sprichwort –

 

Guter Essig und ein schönes Mädchen ist kein Schaden im Hause.

– Deutsches Sprichwort –

 

Das junge Mädchen ist eine Blume, die junge Frau ist eine Frucht; ist die Frucht schlecht, was muß man von der Blume denken?

– Aus China –

 

Das Mädchenherz ist ein eigensinniges, welches in günstiger Stunde gefangen und gefesselt sein will.

– Heinrich Laube –

 

Die Mädchen lernen leichter fühlen als die Männer denken.

– Voltaire –

 

Mädchen lieben Puppen, weil sie früher schon Personen mehr lieben als Sachen.

– Jean Paul –

 

Mädchen und Gold [sind] desto weicher […], je reiner sie sind.

– Jean Paul –

 

Ein blühendes Mädchen ist das reizendste Symbol von reinem guten Willen.

– Friedrich von Schlegel –

 

Ein wildes Mädchen ist ein eben solches Unding wie eine betrunkene Nachtigall; ein geziertes die Parodie des mißhandelten Ideals.

– Karl Christian Ernst Graf von Bentzel-Sternau –

 

Jeder Knabe ist ein Kandidat der Unsterblichkeit, jedes Mädchen ein kleines Fragezeichen des Glücks.

– Carl Ludwig Schleich –

 

Mädchen sind wie Früchte, angenaschte verlieren ihren Wert.

– Junggesellenbrevier (Um 1900) –

 

Quelle: www.aphorismen.de