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Facebook – Ich hole mir mein Leben zurück!

Bildschirmfoto 2015-10-19 um 22.11.10Irgendwann im Jahr 2009 ist mir Facebook passiert, ausgelöst durch einen Bekannten aus den USA. Er schickte immer wieder mal eine Mail mit einem Link zum Netzwerk. „Aha. Der sucht wohl eine Freundin“, war meine Reaktion darauf, weil ich es für eine Datingplattform hielt. Bis mir irgendwann klar wurde, dass Facebook sozusagen das neue Myspace war. „Also, was soll‘s“, dachte ich, „melde ich mich da mal an.“
Anfangs machte es Spaß. Ein guter Ort, um Kontakte zu Bekannten aufrechtzuerhalten, die weit entfernt wohnten. Mal hier ein Foto, mal da eine witzige Bemerkung oder ein spannender Zeitungsartikel. Es regte auch an, selbst kreativ zu werden. So entstanden zum Beispiel meine Cartoons, die „schrägen Biester“, aus der Laune heraus, was Eigenes durchs Netz zu schicken, anstatt raubkopierte Witzebilder zu teilen.
Später dann, als ich in die Selfpublisherei reinrutschte, wurde Facebook zu meinem virtuellen Schreibbüro. Ich vernetzte mich mit anderen Autoren und trat in fachlichen Austausch. Gleichzeitig wurde Facebook für mich zur wichtigsten und genau genommen auch einzigen Möglichkeit, meine E-Books zu bewerben.
Doch wie bei allen Dingen hat auch Facebook – zumindest für mich – zwei Seiten. Immer öfter beobachtete ich mich dabei, dass ich bis spät in die Nacht vor dem Monitor saß und auf den Datenstrom glotzte, den Facebook mir auf die Timeline schickte. Oft waren das Beiträge, die ich schon kannte, hatte ich doch auch tagsüber ständig vor dem Monitor gehockt und geglotzt, obwohl ich doch schreiben oder wenigstens die Wäscheberge wegbügeln wollte. Abends las ich keine Bücher mehr oder schaute irgendeinen Film im TV. Ich saß vor dem Monitor und starrte mit brennenden Augen in das Netzwerk. Zwischendurch arbeitete ich natürlich an meinen Texten und ich redete mir ein, dass Facebook ja im Grunde mein Büro wäre, mein Kontakt zu anderen Kreativen. Trotzdem wandelte ich meine Schreibzeit immer mehr in reine Facebookzeit um: zehn Minuten Text überarbeiten, zwanzig Minuten glotzen und ab und zu was kommentieren und schon waren aus den zwanzig Minuten fünfundvierzig geworden.
Sobald ich meinen Arbeitsplatz verließ, um auch mal im richtigen Leben aktiv zu werden, juckte es spätestens nach einer Viertelstunde in den Fingern und ich musste – nur mal ganz kurz – nachschauen, ob es denn nicht was Neues bei Facebook gab. Das „ganz kurz“ dauerte dann meistens eine halbe Stunde oder länger.
Nach einem für mich sehr unangenehmen Vorfall, der mich noch tagelang danach beschäftigte – keine große Sache, nur eines der vielen Missverständnisse, die ohne die für Facebook typische Art der Kommunikation niemals so vorgekommen wären – hat es bei mir endgültig „Klick“ gemacht. Mir ist bewusst geworden, was ich mir mit Facebook eigentlich alles antue.
Dank Facebook verfange ich mich immer wieder in zeitraubenden Diskussionen und rege mich über Dinge auf, die für mich im realen Leben keine Rolle spielen. Zudem spüre ich mehr als deutlich, wie ich mich durch Meinungsmacher beeinflussen lasse, die im Netzwerk ihre ganz eigenen politischen Zwecke verfolgen. Meinungsmacher, die immer latent präsent sind, auch wenn ich versuche, meine Facebook-Blase gegen solche Gedankenwelten abzuschotten.
Und das Schlimmste von allem, ich lasse mir seit Jahren jeden Tag mehrere Stunden meiner knappen Lebenszeit rauben, in dem es mir immer weniger gelingt, den Facebook-Konsum wirklich nur auf das Wichtigste zu beschränken, nämlich auf den Kontakt zu Freunden, zu anderen kreativen Menschen und zu meinen Lesern.
Da ich mich aus beruflichen Gründen nicht konsequent von diesem Netzwerk trennen kann, versuche ich es jetzt auf pädagogische Weise. Im Grunde ist es so etwas Ähnliches wie „schwarze Pädagogik“: ein vollautomatisches, zeitlich begrenztes Facebook-Verbot für mich selbst.
Meinen Browser habe ich so eingestellt, dass ich jeden Tag nur ganz kurz bei Facebook reinschauen kann. Über den Rest des Tages ist das Netzwerk für mich blockiert.
Jetzt hoffe ich, dass meine Erziehungsmaßnahmen fruchten und ich wieder mehr Zeit zum Lesen, Bügeln und zum Leben habe. Und mit viel Glück schaffe ich es vielleicht noch in diesem Jahr, den Fortsetzungsroman zu „Trywwidt“ zu veröffentlichen.
Aber vorher muss ich noch ganz schnell bei Facebook diesen Blogartikel teilen. Und dann kann ich ja gleich mal schauen, was inzwischen in der einen Gruppe gepostet wurde und wenn ich schon mal dabei bin, dann … Ach Mensch. Aber ich bekomme es in den Griff. Ganz bestimmt. Irgendwann.

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Wanderungen durch den bunten Garten der Rezensionen

garten-16Ich geb’s ja zu. Manchmal lese ich tatsächlich Rezensionen. Besonders gern im Online-Shop des großen „A“s, in dem ich seltsamerweise so gut wie nie ein Buch kaufe. Mit Ausnahme von E-Books, als Futter für mein Kindle.
Wenn mir ein Buch besonders gut gefällt, lasse ich mich sogar dazu hinreißen, selbst eine Rezension zu schreiben, die ich meistens bei Lovelybooks reinstelle, obwohl mir das mit dem Rezensieren sehr schwer fällt. Das ist aber kein Problem, denn wozu gibt es all die tapferen Heerscharen von Rezensenten, die mit ihren Ergüssen das Internet fluten? Dort findet selbst eine hoffnungslose Rezie-Niete, wie ich es bin, genug Inspirations- und Anschauungsmaterial, um sich aufs Schreiben von Buchbesprechungen einzugrooven. Natürlich, ohne zu plagiieren! – Inzwischen bin ich durch das regelmäßige Rezensionslesen so gut eingegroovt, dass ich sie sogar schon aus dem Stegreif schreiben kann. Dazu muss ich noch nicht mal ein passendes Buch kennen, geschweige denn, es gelesen zu haben.

Hier der Beweis:

Enttäuschung auf der ganzen Linie
Ich lese niemals Krimis. Aber weil das E-Book kostenlos war, habe ich es mir heruntergeladen. Vielleicht für Krimifans geeignet. Für mich definitiv nicht. Hab’s nach 5% abgebrochen. Wem’s gefällt. Von mir dafür zwei Sterne, weil keine Rechtschreibfehler drin waren.

Das beste Buch, das ich jemals gelesen habe
Ich konnte es nicht weglegen. Einfach genial. Normalerweise lese ich keine Bücher und schreibe auch keine Rezensionen. Ich habe viel geweint und weine immer noch. Unfassbar, was der Autor alles erdulden musste. Weiter so! Absolute Leseempfehlung! Fünf Sterne.

Meine Rezension zu „Krieg der (B)Engel – ein Abenteuerroman; Teil 1“
Zum Inhalt
In dem Roman „Krieg der (B)Engel – ein Abenteuerroman; Teil 1“ der Autorin Klarissa Miller geht es um eine Jungenbande, die in einem baufälligen, katholischen Klosterinternat des ausgehenden 19. Jahrhunderts mit undichten Fenstern lebt. Im ersten Kapitel kommt der braunhaarige Arthur von Beinlaus neu in die Klasse der strengen Schwester Heike, die grüne Augen hat und ein dunkles Geheimnis hütet, das … gefühlte zehn Seiten Fließtext …
!!!!+++ACHTUNG+++SPOILER+++EVENTUELL NICHT WEITERLESEN+++!!!!
… Das 20. Kapitel schließt mit dem tragischen Unfalltod der Hauptfigur Arthur von Beinlaus ab. Der Leser erfährt auch die Auflösung des dunklen Geheimnisses der Schwester Heike. Sie ist in Wirklichkeit Arthurs böse Stiefmutter und hat Arthurs tödlichen Unfall arrangiert. Jetzt erbt sie alles Geld von Arthurs Vater, dem Grafen Karl-Ernst von Beinlaus, und zieht endlich ins Schloss ein. Ein lange gehegter Traum wird wahr.
Zum Cover
Das Cover ist in Rot und Gelb gehalten und man sieht ein vergrößertes Läusebein in der Abendsonne leuchten. Die Titelschrift ist … gefühlte fünf Seiten Fließtext … Mir gefällt besonders gut, dass das Läusebein so realistisch wirkt, als ob es fast schon aus dem Cover springt.
Mein Fazit

Weitere gefühlte sechs oder sieben Seiten Fließtext, die ich aus Zeitgründen – es stand Milch auf dem Herd und das Telefon klingelte – nicht mehr gelesen und somit auch nicht groovymäßig verinnerlicht habe.

Auch wenn ich selbst eine ziemliche Lusche im Schreiben von Rezensionen bin und regelmäßig mit Angstschweißausbrüchen kämpfe, wenn ich nur daran denke, freue ich mich natürlich, wenn das andere Leser anders sehen und sogar meinen Büchern ab und zu eine Rezension schenken.

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Packungsbeilage und Warnhinweis*

achtung-buchEigentlich kann einem Autor – oder in diesem hoffnungslosen Fall einer Autorin – kaum etwas Schöneres passieren, als dass ein Bücherwurm auf sie zukommt, sie mit großen Augen anstrahlt und sagt: „Ich habe dein Buch gekauft. Ich freue mich schon, es zu lesen.“ Wie gesagt: eigentlich.

Falls jemand die Fernsehserie Star Trek kennt, besonders die Sequenzen, in denen eine unbekannte Spezies mit Lichtgeschwindigkeit auf die Enterprise zurast, dann kennt derjenige – oder diejenige – vermutlich das schrille Geräusch, das der rote Alarm in solchen Momenten von sich gibt, während panische Raumfahrer durchs Bild stürmen und sich in Sicherheit bringen. In etwa so sieht es ganz tief in mir drin aus, wenn ich von zukünftigen Lesern höre, dass sie es kaum erwarten können, in mein Buch einzutauchen.

Ähnlich wie auf der Enterprise fahren bei mir die Schutzschilde hoch. Genauer, mir rasen sofort wirre Gedanken durch den Kopf, die, laut ausgesprochen, darauf hinauslaufen würden, dass ich dem Leser lang und breit erkläre, was er da für eine Lektüre erworben hat. Nur sicherheitshalber, um zu vermeiden, dass sich der oder die Ahnungslose völlig unvorbereitet auf den Text stürzt und sich vielleicht darin verirrt.

Wie gerne würde ich mein erwartungsfrohes Gegenüber warnen: „Sei lieber vorsichtig! Da drin gibt es mehrere Handlungsstränge.“ Dann die heikle Tatsache, dass der eine oder andere Protagonist nicht ganz dem gängigen Schönheitsideal entspricht. Zu viel Schokolade, zu wenig Sport, Orchideen … ihr wisst schon, das ganze Programm und FUMP! – schon hat eine Romanfigur ein paar Pfund mehr auf den Hüften. So etwas kann unvorbereitete Leser völlig aus der Bahn werfen, weiß ich inzwischen.

In den äußerst fragilen Momenten des Autor-Leser-Kontakts erscheint es mir verlockend, den Allergikerhinweis im Klappentext, der vor Elfen, Vampiren und Pflanzenbiochemikern warnt, um ein paar sicherheitsrelevante Informationen zu erweitern.

„Lies dir erst mal die Packungsbeilage durch und überlege genau, ob das Buch wirklich was für dich ist“, könnte ich dann zukünftigen Lesern zuraunen.

Natürlich würde ich das nie im Leben auch wirklich tun, denn jeder interpretiert ein Buch auf ganz eigene Art. Es hätte also gar keinen Zweck, dem vorfreudigen Bücherwurm lauter Erläuterungen um die Ohren zu hauen.

Spannend finde ich dennoch, dass auch andere Autoren von diesem seltsamen Erklär- und Vorwarndrang befallen zu sein scheinen. In einem Telefonat mit der Autorin Isabell Schmitt-Egner konnte ich noch ein bisschen mehr über das Phänomen erfahren, das sich wohl etwas abschwächen soll, je mehr Bücher man veröffentlicht hat.

Das klingt hoffnungsvoll. Ich werde so schnell wie möglich meinen nächsten Roman herausbringen. Aber zuvor muss ich noch die Packungsbeilage für den jetzigen überarbeiten und ergänzen. Ein paar ganz wichtige Warnhinweise fehlen noch. Nur zur Sicherheit.

*) Achtung! Dieser Text beinhaltet – wie fast immer bei meinen Texten – selbstironische Betrachtungen. Nur so als Warnhinweis. ;-)

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Mein Roman „Trywwidt“ im Internet

Trywwidt-final-mittel

Das E-Book bei Amazon

So langsam sammeln sich die Rezensionen. Ich weiß nicht, wie es anderen Autoren geht, aber jedes Rezensionsexemplar, das ich von „Trywwidt“ per E-Mail an einen Rezensenten abfeuere, ist eine kleine Mutprobe für mich. Deshalb freue ich mich umso mehr, wenn ich positives Feedback von Bloggern und Journalisten erhalte.

Übrigens schwebt nicht nur Trywwidt als E-Book durchs WWW, sondern auch ein kleiner Ableger. Ein dauerhaft kostenloses E-Book (Epub und Mobi) als kleines Prequel, das auf so ziemlich allen Plattformen heruntergeladen werden kann.
Hier ist der Link zu BookRix, falls jemand reinlesen mag.
Und hier sind die Links zu aktuellen Rezensionen:

Rezension aus der Mitteldeutschen Zeitung: „Wenn das Böse so lieb lächelt

Freundliche Erwähnung im Kulturradio vom MDR: „… Der Hallenser Schriftstellerin … Klara Bellis … ist mit ihrem Debüt etwas gelungen, das es selten gibt: einen rasanten und komischen Fantasy-Schmöker zu schreiben, in dem alles stimmt.“

Ronjas grüner Bücher-Blog: „Jeder vernünftige Mensch, der Elfen und Vampire mag, oder Blumen, oder Lesen, der sollte dieses Buch lesen.“ Ich habe ja den Verdacht, dass die Bloggerin eine Cousine von Trywwidt ist. Allein schon wegen der Vorliebe für die Haarfarbe.

Trywwidt in der Najade-Lounge: „Der feine Humor der Autorin zieht sich durch jede Zeile.“

wildbookheart über Trywwidt: „Die Charaktere sind bezaubernd, allen voran die Elfe Trywwidt. …Die Sprache des Buches macht einfach nur Spaß!“

BuecherweltUndRezirampe: „… Die Spannung hält von Anfang bis Ende ! … Trywwidt ist für mich, in meinem Vorstellungen, die perfekte Elfe. Wie sie handelt und denkt, ist absolut phänomenal.“

Ein Interview mit mir auf dem Blog Lovinbooks4ever in der Rubrik „Indie love“.
Und hier hat mich nessisbuecherregal unter dem Motto „Autoren packen aus“ interviewt.

Bea 76 auf Lovelybooks: „Es macht wirklich Spaß, der Elfe Trywwidt zu folgen, mit ihr zu gehen und mitzuerleben,  was sie erlebt.“

dasteufelsweib.wordpress.com: „Urban Fantasy ist sonst nicht so mein Ding, bzw. habe ich in dem Genre auch kaum was gelesen bisher. Nach diesem Buch werde ich mich wohl öfter mal in der Richtung umsehen.“ 

annaskleinebuecherwelt.blogspot: Hier erzähle ich davon, wie mein Roman entstand. Es war ein langer Weg. Von der ersten Idee bis zur Veröffentlichung über drei Jahre hinweg.

Rezension im Fantasyguide: „Allen Fans einer etwas schrägen Urban Fantasy kann man »Trywwidt: Die Kaiserin der ewigen Nacht von Klara Bellis«, … , wärmstens empfehlen“. (Frank W. Werneburg)

Leserunde bei Lovelybooks: Einfach ein Link auf die umfangreiche Diskussionsrunde bei Lovelybooks. Dort gibt es inzwischen auch einen ganzen Schwung Rezensionen.

 

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Fettnäpfchentreter und Überflieger

Facebookseite

Meine Facebookseite mit hoffentlich halbwegs freiwilligen Likes.

 

Ratet mal, als was ich meistens durchs Leben stolpere? Ein kleiner Tipp: Bei „Überflieger“ hättet ihr falsch geraten.
Dabei weiß ich es ja eigentlich besser. Zum Beispiel weiß ich ganz genau, dass es für meine Autorenseite bei Facebook ein echter Gewinn wäre, wenn ich kreuz und quer Facebook abgrasen würde, um wildfremden Leuten eine private Freundschaftsanfrage zu schicken, auf deren Fuße – kaum, dass die Arglosen sie angenommen hätten – auch schon die Aufforderung zum Liken der besagten Seite folgen würde. Ruck zuck, hätte ich eine vierstellige Like-Zahl und alle würden „Klara Bellis“ für einen Überflieger halten.
Warum ich das nicht mache? Keine Ahnung. Vielleicht weil es mich nervt, wenn andere das bei mir machen. Zumal ich nach dem Motto lebe „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.“ Ein Motto, das mich zwar sehr einschränkt, das ich aber leider nicht abschütteln kann, wie einen lästigen Fussel. Dieser Fussel ist nämlich elektrostatisch aufgeladen und klebt fest an mir dran.
Natürlich gibt es auch noch andere Möglichkeiten, Likes auf die eigene Autorenseite zu ziehen. Zum Beispiel, in dem man gute Bücher schreibt, die das Interesse an der Arbeit der Autorin oder des Autors wecken und man als Leser urplötzlich die unbändige Lust verspürt, nach der Seite zu suchen und sie ganz freiwillig zu liken. Etwas, das mir als Leserin schon mehrmals passiert ist und das mir jedes Mal ein kleines Glücksgefühl verschafft hat.
Aber das wäre ja viel zu unsicher und zu langwierig. Viel einfacher ist es doch, wahllos andere Seiten zu liken und dann per PN mitzuteilen: „Ich hab eben deine Seite geliket. Like bitte auch meine.“ Natürlich samt Link, nicht dass der Like versehentlich auf einer anderen Seite landet.
Solch kleine emotionale Erpressungen funktionieren gut. Jedenfalls bei mir. Mich packt augenblicklich das schlechte Gewissen, schüttelt mich durch, ringt mich zu Boden und starrt mich mit einem vorwurfsvollen Blick an, der sagt: „Du musst! Schließlich hat er/sie ja auch bei dir. Wie sieht das denn sonst aus?!“
Das klappt auch ganz gut in den allseits beliebten Facebook-Werbegruppen, in denen täglich eine Vielzahl von E-Books angepriesen wird. „Hey! Tolles Buch. Hab’s jetzt auf meinem Reader und jetzt hol dir auch mein Buch. Würde mich sehr freuen.“
BAMM! Schon hat die Falle wieder zugeschnappt, denn wenn ich „Nein!“ sage, stehe ich knöcheltief in einem Fettnäpfchen, das ein Überflieger – der im Gegensatz zu mir, nicht nur weiß, wie der Hase läuft, sondern diesen Hasen sogar reitet – direkt vor mir aufgestellt hat.
Deshalb habe ich beschlossen, mit meinem schlechten Gewissen ein ernstes Wörtchen zu reden. In der Hoffnung, dass es zukünftig das eine oder andere raffiniert platzierte Fettnäpfchen mit einem lässigen Achselzucken beiseiteschieben wird. Oder alternativ ein Messer darin eintaucht, eine Schmalzstulle schmiert und seinen Kumpel, den inneren Überflieger, zum Essen einlädt.