Graues Rauschen

Gleich nach dem Schreiben des Rohentwurfs ist das Lesen des ausgedruckten Manuskripts normalerweise meine Lieblingsaufgabe beim Schreiben eines Textes. Einfach gemütlich irgendwo hinkuscheln, in aller Ruhe im Text schmökern und hier und da eine Anmerkung an den Rand schreiben. Dieses Mal ist alles anders. Zum einen ist da die Sache mit der Ruhe. Ein für mich ohnehin kaum noch erreichbarer Zustand, seit ich wieder einen festen Job habe und mich nicht mehr als Freelancerin durchs Arbeitsleben schummele. Zum anderen überlagert die Corona-Pandemie derzeit jeglichen Gedanken an kreative Prozesse. Es ist mir kaum möglich, mich in den Text hineinfallen zu lassen, um das, was ich da lese, zu verstehen, zu bewerten…
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Facebookseite reaktiviert

Ich habe lange mit mir gekämpft und mich schließlich doch dazu entschlossen, meine Autorenseite bei Facebook vorerst wieder freizuschalten. Ende letzten Jahres hatte ich die Seite stillgelegt und lediglich im Januar für wenige Tage angeknipst, da eine Bloggerin einen Beitrag vorgeplant hatte, den ich dort teilen wollte. Spätestens nachdem ich Ende Januar von Einhornis* Tod erfahren hatte, bin ich das erste Mal ins Straucheln gekommen, was meinen Rückzug von Twitter und Facebook anging. So richtig eingeknickt bin ich, seit sich derzeit mehrmals täglich die Ereignisse überschlagen. Mein privates Facebookprofil lasse ich dennoch deaktiviert. Ich bekomme ohnehin genug negative Schwingungen infolge der aktuellen Krise durch die Pressemeldungen, Pressekonferenzen und die ganz…
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Nachdenken über Relevanz

Auf der Literaturseite einer wichtigen Zeitung stand irgendwas Wichtiges über irgendein wichtiges Buch, das irgendein Mann über seine knallharte Kindheit geschrieben hat, mit Bezügen zu anderen wichtigen Büchern, die andere Männer über ihre ebenso knallharte Kindheit geschrieben haben. Wichtig. Wichtig. Wichtig. Und vor allem: Relevant*! Literarisch und gesamtgesellschaftlich gesehen, versteht sich. Weil wichtig und Mann und Gesellschaft und Bezüge zu anderen Männern, die über relevante Dinge schreiben und so. Und was mache ich? Ich schreibe irrelevanten Quatsch über Monster, die sich gegenseitig zerfleischen. Über Heldinnen und manchmal auch Helden, die ums nackte Überleben kämpfen oder um ein Stückchen Schokolade. Da frage ich mich doch: Ist das relevant? Ist das wichtig?…
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Schreiburlaub

Dank der Verkettung einiger zum Teil recht misslicher Umstände – einer davon das Sturmtief Sabine – bin ich mutterseelenalleine in den Urlaub gefahren. Fernab vom Büroschreibtisch und häuslichen Wäschebergen verbrachte ich sechs Tage (mit An- und Abreise) in einem Hotel, genauer dem Schlosshotel Eyba, in einem kleinen Dorf nahe Saalfeld in Thüringen. Dort gab es neben einem fantastischen Frühstück himmlische Ruhe und eine traumschöne Landschaft, in der ich beim Wandern durch Sturmböen und Schneeregen gleich noch viel mehr zur Ruhe kommen konnte als schon im Hotelzimmer. In den Pausen zwischen der ganzen Ausruherei hämmerte ich in die Tasten meines greisen Laptops und arbeitete die zahlreichen Testleseranmerkungen in die Wintermaid-Fortsetzung ein….
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Wenn aus Spaß was Todtrauriges wird

Einhorni, Augustmond, Teilzeit-Vampir

Ich brüte immer noch über dem zweiten Teil von „Wintermaid“. Die erste Testleserin hat sich durchgekämpft und fragt, wie es mit einem dritten Teil aussieht. Eine zweite Testleserin ist hoffnungsvoll, das Durchlesen bis Anfang Februar zu schaffen. Einer dritten (und vorletzten) Testleserin habe ich den Text für Mitte/Ende Februar versprochen. Und ich bin gerade ziemlich geknickt, weil ich erfahren habe, dass der Inspirator für eine wichtige Figur in der Geschichte überraschend gestorben ist. Mein geheimer Plan war, sobald das Buch fertig wäre, ihm zu verraten, dass er mich zu einer Figur inspiriert hatte. Falls ich mich überhaupt getraut hätte, denn es gehört nicht zu meinen Lieblingshobbys, mehr oder weniger fremde…
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