Wintermaid II: Höhlenbrut

Das Wintermaid-Thema ist abgeschlossen. Aus einer verunglückten Kurzgeschichte für ein Anthologieprojekt wurden innerhalb von knapp 1,5 Jahren zwei Romane, die als E-Book* auf Amazon erhältlich sind. Beim Schreiben von „Wintermaid“ und später auch von „Höhlenbrut“ schwebte mir eine Welt vor, in der Frauen nicht als Menschen angesehen werden. Sie gehören zum Besitz ihrer Männer oder Väter. Das Land südlich des Grauen Seng, dem meine Protagonistin Lhan entstammt, stelle ich mir wie eine Mischung aus dem Römischen Reich und dem chinesischen Kaiserreich vor – genauer den Klischees davon. Eine Hochkultur in einem expansiven Reich, mit einem Kaiser als unantastbaren Alleinherrscher. Die Würdenträger und Gelehrten – Zeremonienmeister und Quacksalber – sorgen für stabile…
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Femina

Wenn alles gut läuft, bekomme ich in dieser Woche das Manuskript zu Wintermaid II von der letzten Testleserin zurück. Dann kann ich so langsam aber sicher die Veröffentlichung vorbereiten, auch wenn ich ein bisschen Angst davor habe. Meistens merke ich erst hinterher, was ich alles besser oder anders hätte machen können. Mal abgesehen davon, dass ich es noch immer schade finde, den Stoff nicht tiefgründiger, doppelbödiger und vielschichtiger aufbereitet zu haben, als in einer Art „Hau-drauf-Fantasy“, so wie er jetzt eben vorliegt. Aber das mit der Vielschichtigkeit bekomme ich einfach nicht auf die Reihe dank meiner Dauermüdigkeit und diversen anderen Baustellen, bei denen ich noch meine Frau stehe. Das mit…
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Ein Knebel für die Stimme der Vernunft

Autorin: Ach menno, ich hab da so eine vage Idee für einen weiteren Roman mit Trywwidt und Korwin und den anderen durchgeknallten Typen. Und die wird immer konkreter, die Dialoge im Kopf immer deutlicher …Stimme der Vernunft: STOPP! Denke daran, du hast keine Zeit mehr zum Schreiben. Der Haushalt, der Abwasch, der Job, die Familie … Und der Kater!Autorin: Das könnten drei Handlungsstränge werden, die parallel verlaufen, völlig ohne Zusammenhang. Kein Mensch weiß, worum es überhaupt geht, mit X und 70 Perspektivwechseln. Und am Ende trifft sich alles in einem Showdown. So mehr oder weniger jedenfalls.Stimme der Vernunft: Das klingt… (Würgegeräusch) … äh … na ja. Ist wenigstens ein Milliardär…
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Dauermüdigkeit versus Kreativität

Und wieder verstreicht ein Abend, an dem ich die Sache mit dem Schreiben aufgeben muss. In den letzten Wochen habe ich es geschafft, die lähmende Coronapanik zu überwinden und Zugang zum Wintermaid-II-Manuskript zu finden. Doch es ist nur ein oberflächlicher Zugang, der sofort verfliegt, sobald ich versuche, mich in die Charaktere einzufühlen, die Handlungsorte vor mir zu sehen, zu hören, zu riechen, zu schmecken. Der magische Funke zündet einfach nicht, weil ich viel zu müde dafür bin, mich wirklich mit allen Sinnen auf den Text einzulassen. Tagsüber arbeite ich in meinem Job oder kümmere mich um Haushalt und Kind. Und nachts ist dann einfach keine Energie mehr da, um mich…
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Auf der dunklen Seite dank einer putzigen Geschichte für Kinder

Diese Woche ist es passiert. Da bin ich zur Beinahe-Kriminellen geworden. Letztlich musste es so kommen. Eine Autorin, die Vampire mit menschenverachtenden Tendenzen als Sympathieträger darstellt, die treusorgend-besorgte Ronny-Beilhorst-Bürger als Buhmänner hinstellt und die in „Wintermaid“ einfach mal jahrtausendelange Frauenverachtung in eine mehr oder weniger spannende Fantasy-Geschichte verpackt, anstatt etwas über „pochende Herzen“ und „Kribbeln im Bauch“ zu schreiben, wenn das erbarmungswürdige Weiblein dem Alphamann gegenübersteht, die muss einfach verdächtig sein. Und jetzt hab ich mich tatsächlich selbst entlarvt, als potenzielle Umstürzlerin, die mit Fake-News die Unzufriedenheit der Bürger anstachelt. Wie ich das geschafft habe? Ganz einfach! Mit einer Kurzgeschichte für Kinder, geschrieben für ein gemeinnütziges Vorleseprojekt. Weil ich die…
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