BuchBerlin und neues Buch

Zwei Tage Buchmesse in Berlin. Dieses Mal mit einem eigenen Stand. Genauer ein Gemeinschaftsstand zusammen mit der Autorin Paula Roose. Jetzt bin ich ganz schön ausgepowert. Trotzdem tippe ich noch schnell einen Beitrag über die Messe fürs HalleSpektrum . Und ich pack hier mal die Cover-Vorschau für die fast fertige Fortsetzung von „Wintermaid“ rein. Es ist eine Spezialanfertigung, ohne den Titel zu verraten. Entworfen hat es Yvonne Less, wie schon das erste Cover zu „Wintermaid“. Wobei ich ja immer noch der Auffassung bin, dass die Geschichte keine Fortsetzung braucht. Andererseits ist Mo ein ziemlich knuffiger Typ, der in einer recht eigenen Welt lebt. Und Lhan hat durch ihre Vergangenheit erstaunlich…
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Schleichender Abschied

Im Moment bereite ich die Materialien für den Messestand auf der BuchBerlin vor. Und parallel dazu sitze ich weiter am Text zur Wintermaid-Fortsetzung. Inzwischen bin ich bei fünf Seiten, die ich pro Woche zu überarbeiten schaffe. Mit schmerzlichen Abstrichen, was die Qualität der Überarbeitung betrifft. Mir wird wieder bewusst, dass ich so nicht weitermachen kann. Letztlich werde ich mich entscheiden müssen zwischen Familienleben und Job oder dem Schreiben und Herumkünstlern. Alles gleichzeitig schaffe ich auf Dauer nicht. Im Moment nimmt der Plan, „Klara Bellis“ gehen zu lassen, wieder Gestalt an. Ende vergangenen Jahres war ich schon mal an diesem Punkt angelangt, bin aber durch den Wintermaid-Ausrutscher wieder ins Schreiben reingerutscht….
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Auf die Plätze, fertig … schreiben!

Seit Anfang Juli habe ich zwei oder drei Schreib- und Arbeitsleben gleichzeitig gelebt. Die zwei größten Brocken – die Organisation eines Volksfestes übernehmen und über die Bühne bringen sowie eine Firmenzeitschrift herausbringen – sind überstanden, auch wenn sich die nächsten Brocken schon ankündigen. Parallel dazu habe ich in meiner Freizeit an zwei Schreibprojekten gleichzeitig geschrieben. Das eine davon für einen Auftraggeber. Etwas, das ich nicht noch einmal machen würde. Wenn schon in der Freizeit still und heimlich herumkünstlern, dann auch wirklich nur für sich selbst und nicht nach den Vorstellungen anderer. Zumal da immer nur ein kleines Zeitfenster zum Schreiben da ist, das ich mit dem Haushalts -und Familienkram teilen…
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Selbstzweifel und Straßenkehrer

Kater Schrumpel und der Besen – ein besseres Foto für den Text hatte ich nicht

Ich schreibe an den letzten Seiten der Wintermaid-Fortsetzung und tauche in Mos seltsame Welt ein, in der vieles nicht so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Im realen Leben läuft gerade alles Drunter und Drüber, sodass ich das Gefühl habe, eine riesige Welle rauscht auf mich zu und ich kann ihr nicht ausweichen. Abends nach der Arbeit zu schreiben, wird dadurch noch schwerer, als es vorher schon war.

Und das, was ich schreibe, fühlt sich beliebig und austauschbar an. Irrelevant. Überflüssig. Letztlich sitze ich schon seit Jahren am Rechner und tippe meine Texte, ohne dass sie großartig wahrgenommen werden. Trotz der vielen Stunden auf Facebook, Twitter, Instagram.

Doch dann gibt es immer wieder Leserinnen und Leser, die mir mit ihren Reaktionen Mut machen. Manchmal rede ich mir dann ein, vielleicht tatsächlich schreiben zu können. Aber nur vielleicht. Denn die Statistiken in den Webshops schreien mir seit eh und je ins Gesicht: „Lass! Es! Bleiben!“ Mit jedem Wort, das ich trotzdem tippe, belüge ich mich selbst.

Ein Freund – der nicht schreibt – rief mich letztens an, dass sich ein größerer Verlag bei ihm gemeldet hätte, um einen Text, genauer einen Tweet, von ihm zu veröffentlichen. Er lachte mich aus und meinte, das wäre doch eigentlich mein Anruf bei ihm gewesen. Am Ende wurde nichts aus der Veröffentlichung (aus einem der vielen Gründe, aus denen ich meinen Twitter-Account gelöscht habe). Aber es hatte immerhin für einen Gag am Telefon gereicht, sodass ich mich wieder fragen musste: „Warum mache ich das mit dem Schreiben überhaupt?“

Die Antwort darauf fällt mir immer schwerer. Zumal ich das mit der Selbstverwirklichung, dem Spaß am Geschichtenerzählen, als wichtigste Gründe für mich zu schreiben, längst knicken kann. Dafür saugt das reale Leben zu viel Energie, als dass ich sie noch in was anderes stecken dürfte.

Um nicht kurz vor der Zielgeraden (was das Wintermaid-Manuskript betrifft) vor lauter Selbstzweifel einzuknicken, werde ich wieder das Bild vom Straßenkehrer aus Michael Endes »Momo« aus der gedanklichen Schublade ziehen müssen: ein Besenstrich nach dem anderen und auf gar keinen Fall an die ganze Straße denken. Und ganz wichtig: Sich niemals – wirklich absolut niemals – mit anderen vergleichen.

Das bedeutet: Den Tunnelblick auf meine eigene Arbeit fokussieren. Dann den Rohtext beenden, anschließend meine Teilnahme an der BuchBerlin vorbereiten, irgendwann den Text überarbeiten und die Wintermaid-Fortsetzung* in aller Ruhe zur Veröffentlichung bringen.

Wenn das alles geschafft ist, kann ich immer noch schauen, ob da ein Stück Straße übrig ist, das sich zu kehren lohnt. Oder ob ich den Besen endgültig in die Ecke werfen und einfach Eis essen gehen sollte.

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*) Es ist tatsächlich eher eine Fortsetzung als ein zweiter Band. D.h. der erste Band steht in sich abgeschlossen für sich alleine da. Alles, was danach noch kommt, ist sozusagen die Kür, aber keine „Pflicht“, es zu erzählen oder gar zu lesen.