Schreibrausch

Eine Skizze meiner Protagonistin Lhan. Als Jägerin zieht sie zusammen mit ihrem Wenck ins winterliche Hochgebirge.

Eigentlich war meine Motivation verpufft. Ich meine die, die das Schreiben betrifft. Die anderen Motivationen die man (frau) im Leben so braucht (z. B. zum Fenster putzen, Wäsche bügeln, Abwasch machen …), hatte ich eh noch nie in dem Maße besessen, als dass ich sie als „Motivation“ zu bezeichnen wage.

Ich war mir sicher, nach dem Abschluss des letzten Trywwidt-Teils lasse ich das mit dem Schreiben und dem Selfpublishing sein. Es frisst einfach zu viel Freizeit, die ich dringend für die oben genannten unmotivierten Tätigkeiten brauche. Mal abgesehen davon, dass Selbstmarketing absolut nicht mein Ding ist.

Dann ging im Januar mein Laptop kaputt. Das heißt, eigentlich war es schon kaputt, als ich den letzten Trywwidt-Teil schrieb. Die „E“-Taste fiel beim Schreiben ab. Was kein Spaß beim Schreiben eines mehr als vierhundert Seiten starken Romans ist, da im Deutschen beinahe jedes Wort ein bis zwei „E“ enthält – gefühlt jedenfalls. Also musste das Teil zur Reparatur. Es sollte auch alles ganz schnell gehen. Aber wie es oft so ist mit dem „mal schnell“, zog sich die Reparatur aus verschiedenen Gründen etwa vier Wochen hin.

Und mit einem Mal waren sie wieder da: die Schreibentzugserscheinungen. Das Ziehen in den Fingern, die innere Anspannung. Da brodelte etwas, das raus musste, und ich hatte keine Ahnung, was da am Köcheln war. Zum Glück fand sich ein altes Tablet und eine Bluetooth-Tastatur und ich verkrümelte mich damit in eine ruhige Ecke.

Inzwischen hat es sich ausgebrodelt. Der Text ist getippt. Teils auf dem Tablet, teils auf der nagelneuen Tastatur meines immer noch alten, aber inzwischen reparierten Laptops. Es ist eine Wintergeschichte, geschrieben an kalten Tagen, in einer schlecht geheizten Wohnung, mit dicken Socken an den Füßen, einer Strickjacke über den Schultern und einem Schal um den Hals. Zumindest die Socken und die Strickjacke haben es tatsächlich in den Text geschafft.

Jetzt geht es ans Überarbeiten. Die Testleserin hat schon zugesagt. Und die Coverdesignerin weiß auch Bescheid. Vielleicht kann ich ja im Frühjahr oder Sommer eine Wintergeschichte veröffentlichen. Was wieder beweisen würde, dass ich nicht nur eine unglaublich tolle Autorin, sondern auch ein echtes Marketinggenie bin*.

*) Ein ganz kleines bisschen Eigenlob ist okay, denke ich.