Schleichender Abschied

Das könnte das Rollup für den Klara-Bellis-Teil des Gemeinschaftsstandes auf der Messe werden

Im Moment bereite ich die Materialien für den Messestand auf der BuchBerlin vor. Und parallel dazu sitze ich weiter am Text zur Wintermaid-Fortsetzung. Inzwischen bin ich bei fünf Seiten, die ich pro Woche zu überarbeiten schaffe. Mit schmerzlichen Abstrichen, was die Qualität der Überarbeitung betrifft.

Mir wird wieder bewusst, dass ich so nicht weitermachen kann. Letztlich werde ich mich entscheiden müssen zwischen Familienleben und Job oder dem Schreiben und Herumkünstlern. Alles gleichzeitig schaffe ich auf Dauer nicht.

Im Moment nimmt der Plan, „Klara Bellis“ gehen zu lassen, wieder Gestalt an. Ende vergangenen Jahres war ich schon mal an diesem Punkt angelangt, bin aber durch den Wintermaid-Ausrutscher wieder ins Schreiben reingerutscht.

Während ich die Messematerialien gestalte, stelle ich mir vor, dass die Teilnahme an der Buchmesse so etwas wie ein kleiner Höhepunkt meiner Zeit als „Klara Bellis“ werden könnte und zugleich das Ende dieses Lebensabschnitts.

Trotz allem hoffe ich, dass ich die Wintermaid-Fortsetzung noch zu einem glücklichen Ende bringen werde, zumal sich schon wieder einige Testleserinnen gemeldet haben. Das spornt an, durchzuhalten, auch wenn es nur zäh vorangeht.

Und da spukt mir auch schon wieder der Straßenkehrer aus Michael Endes „Momo“ im Kopf herum: Niemals an die ganze Straße denken, nur an den nächsten Besenstrich – oder die nächste Seite im Manuskript. Ganz egal, ob danach noch 100 oder 200 weitere Seiten kommen, nur diese eine Seite zählt.