Dauermüdigkeit versus Kreativität

Und wieder verstreicht ein Abend, an dem ich die Sache mit dem Schreiben aufgeben muss. In den letzten Wochen habe ich es geschafft, die lähmende Coronapanik zu überwinden und Zugang zum Wintermaid-II-Manuskript zu finden. Doch es ist nur ein oberflächlicher Zugang, der sofort verfliegt, sobald ich versuche, mich in die Charaktere einzufühlen, die Handlungsorte vor mir zu sehen, zu hören, zu riechen, zu schmecken. Der magische Funke zündet einfach nicht, weil ich viel zu müde dafür bin, mich wirklich mit allen Sinnen auf den Text einzulassen. Tagsüber arbeite ich in meinem Job oder kümmere mich um Haushalt und Kind. Und nachts ist dann einfach keine Energie mehr da, um mich…
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Auf der dunklen Seite dank einer putzigen Geschichte für Kinder

Diese Woche ist es passiert. Da bin ich zur Beinahe-Kriminellen geworden. Letztlich musste es so kommen. Eine Autorin, die Vampire mit menschenverachtenden Tendenzen als Sympathieträger darstellt, die treusorgend-besorgte Ronny-Beilhorst-Bürger als Buhmänner hinstellt und die in „Wintermaid“ einfach mal jahrtausendelange Frauenverachtung in eine mehr oder weniger spannende Fantasy-Geschichte verpackt, anstatt etwas über „pochende Herzen“ und „Kribbeln im Bauch“ zu schreiben, wenn das erbarmungswürdige Weiblein dem Alphamann gegenübersteht, die muss einfach verdächtig sein. Und jetzt hab ich mich tatsächlich selbst entlarvt, als potenzielle Umstürzlerin, die mit Fake-News die Unzufriedenheit der Bürger anstachelt. Wie ich das geschafft habe? Ganz einfach! Mit einer Kurzgeschichte für Kinder, geschrieben für ein gemeinnütziges Vorleseprojekt. Weil ich die…
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Graues Rauschen

Gleich nach dem Schreiben des Rohentwurfs ist das Lesen des ausgedruckten Manuskripts normalerweise meine Lieblingsaufgabe beim Schreiben eines Textes. Einfach gemütlich irgendwo hinkuscheln, in aller Ruhe im Text schmökern und hier und da eine Anmerkung an den Rand schreiben. Dieses Mal ist alles anders. Zum einen ist da die Sache mit der Ruhe. Ein für mich ohnehin kaum noch erreichbarer Zustand, seit ich wieder einen festen Job habe und mich nicht mehr als Freelancerin durchs Arbeitsleben schummele. Zum anderen überlagert die Corona-Pandemie derzeit jeglichen Gedanken an kreative Prozesse. Es ist mir kaum möglich, mich in den Text hineinfallen zu lassen, um das, was ich da lese, zu verstehen, zu bewerten…
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Facebookseite reaktiviert

Ich habe lange mit mir gekämpft und mich schließlich doch dazu entschlossen, meine Autorenseite bei Facebook vorerst wieder freizuschalten. Ende letzten Jahres hatte ich die Seite stillgelegt und lediglich im Januar für wenige Tage angeknipst, da eine Bloggerin einen Beitrag vorgeplant hatte, den ich dort teilen wollte. Spätestens nachdem ich Ende Januar von Einhornis* Tod erfahren hatte, bin ich das erste Mal ins Straucheln gekommen, was meinen Rückzug von Twitter und Facebook anging. So richtig eingeknickt bin ich, seit sich derzeit mehrmals täglich die Ereignisse überschlagen. Mein privates Facebookprofil lasse ich dennoch deaktiviert. Ich bekomme ohnehin genug negative Schwingungen infolge der aktuellen Krise durch die Pressemeldungen, Pressekonferenzen und die ganz…
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Nachdenken über Relevanz

Auf der Literaturseite einer wichtigen Zeitung stand irgendwas Wichtiges über irgendein wichtiges Buch, das irgendein Mann über seine knallharte Kindheit geschrieben hat, mit Bezügen zu anderen wichtigen Büchern, die andere Männer über ihre ebenso knallharte Kindheit geschrieben haben. Wichtig. Wichtig. Wichtig. Und vor allem: Relevant*! Literarisch und gesamtgesellschaftlich gesehen, versteht sich. Weil wichtig und Mann und Gesellschaft und Bezüge zu anderen Männern, die über relevante Dinge schreiben und so. Und was mache ich? Ich schreibe irrelevanten Quatsch über Monster, die sich gegenseitig zerfleischen. Über Heldinnen und manchmal auch Helden, die ums nackte Überleben kämpfen oder um ein Stückchen Schokolade. Da frage ich mich doch: Ist das relevant? Ist das wichtig?…
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