Irgendwo in der Tiefe … gibt es kein Licht

Meine Arbeit am aktuellen Text neigt sich merklich dem Ende zu. Vielleicht schaffe ich es schon dieses Wochenende, das Ganze abzuschließen. Während ich an meinen Charakteren feile (Vampire …), merke ich, wie die reale Dunkelheit nach mir greift. Schon seit mehr als einem Jahr geht das so, dass ich mich immer öfter in düstere Musik flüchte, meine Gedanken darin auflöse. Ein kläglicher Versuch, sich gegen die Realität abzustumpfen. Vage Gefühle, gehüllt in dunkle Watte. Gleichzeitig macht mich die Debatte zur Gendersprache innerlich kaputt. Wobei es vielleicht gar nicht mehr so viel kaputtzumachen gibt, da andere schon vorgearbeitet haben. Mich selbst eingeschlossen.

Ich bin die Dunkelheit. Geboren aus der Nacht. Und hier ein Blick ins Genderlicht, das alles überstrahlt. „Andere Menschen nicht zu beleidigen*, sollte selbstverständlich sein, findet sie.“ https://www.deutschlandfunkkultur.de/sprache-und-identitaet-was-man-jetzt-wie-sagen-kann-darf.1005.de.html

Andere Menschen nicht zu beleidigen … Wie wundervoll! Zufällig bin ich auch ein Mensch und kein „…Innen“. Ihr beleidigt mich bis ins Mark, wenn ihr mich dazu degradiert, sprachlich ein „…Innen“ zu sein, ein sinnloses Dingens ans Wort drangefriemelt, mit dem gebührenden Abstand, der einem drittklassiges Wesen nun mal zusteht. Sprachlich kein Mensch mehr sein dürfen. Ein Dingens, reduziert auf sein Geschlechtsteil. Euer Genderneusprech stinkt wie alter Fisch.

Wo nur Sonne ist, da ist Wüste. Geh mir aus meinem Schatten, Licht.

Edit: Was mich so zermürbt, dass ich absolut nichts dagegen machen kann. Dass ich sogar bis zu einem gewissen Grad gezwungen bin, dabei mitzumachen, auch wenn sich innerlich alles dagegen sträubt. Zumindest bekomme ich dadurch ein Gefühl dafür, wie es Menschen in echten Diktaturen geht, Menschen, die im Nachhinein als Mitläufer bezeichnet werden. Ich bin eine Mitläuferin, ohne die wirkliche Chance, mich restlos aus diesem Prozess ausklinken zu können, um mich nicht weiter schuldig daran zu machen, Menschen gegen ihren Willen umzuerziehen, in dem ihnen eine andere Art Sprache aufgezwungen wird, mit dem Ziel, ihre Gedanken in andere Bahnen zu lenken (als ob das wirklich ginge. Was für ein Schwachsinn). Wie in einer durchgeknallten Dystopie. Es fühlt sich an, als würde es meine Seele zerfressen. Keine Ahnung, wie lange ein Mensch sowas aushalten kann.

*) Dass die Verfasser:_*In und Verfechter:_*In des Nichtbeleidigens anderer Menschen in ihrem Kommentar andere Menschen mit dem Wort „Idiot*innen“ beleidigt, die sich ihrem Sprach- und Sprechdiktat nicht unterordnen wollen, ist da fast schon geschenkt. Da schillert für mich die Denke der Identitären durch, dass nur ihre Sicht von der Welt allgemeingültig ist. Der Rest der Menschen wird als „rechts“ verortet oder wie in diesem Fall als unmündig, als geistig nicht zurechnungsfähig eingeordnet. Und schon passt wieder alles und sie kann sich über andere Menschen erheben, moralisch wie geistig.

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