Ich könnte …

Seelenfoto

Die magische Zeit zwischen den Jahren. Seit einer Woche habe ich frei (abgesehen von den Wäschebergen, dem Essen kochen, Abwasch machen, dem Staubsaugen und dem ganzen …). Der Kopf ist frei und die Ideen sprudeln, drängeln sich nach vorne, vermehren sich. Die Verlockung ist da, doch wieder ein neues Schreibprojekt anzufangen. Jetzt, wo die Dauermüdigkeit sich in Grenzen hält, wo ich mir einreden kann, dass ich die Power habe, es wieder durchzuziehen.

Ich könnte Mara Mondschatten gegen einen Werwolf antreten lassen, gegen einen attraktiven, selbstbewussten Mann, der sich den ursprünglichen Werwolfmythos zu nutze macht, um seine kranken Fantasien auszuleben.

Ich könnte Lhan und Mo auf die Suche nach verschollenen Eisgeistern tief ins Reich des Kaisers schicken.

Ich könnte Trywwidt mit einer unangenehmen wie tödlichen Wahrheit über die ach so ökologischen Elfen konfrontieren, in deren Folge sie – mal wieder – die Welt retten muss. Selbstverständlich kurz bevor sie diese beinahe der Zerstörung preisgegeben hätte.

Ich könnte Korwin Schwarzvogel auf seine Vaterrolle vorbereiten und zu einem Gottesdienst bei einer fundamentalistischen Gruppe von Hardcore-Evangelikalen schicken, die darauf spezialisiert sind, Dämonen und Untote zu jagen.

Ich könnte mir eine völlig neue Welt und neue Protagonisten ausdenken, ein Konzept erarbeiten, ein paar Seiten tippen und mich damit bei einer Agentur bewerben, denen ich nachher 20% von meinen ohnehin mageren Tantiemen abtreten müsste, sofern sie mich überhaupt nehmen würden und auch noch an einen Verlag vermittelt bekommen. Alternativ könnte ich auch eine Handvoll Dachpappennägel schlucken. Das wäre genauso schlau.

Egal.

Nächste Woche ist der Urlaub vorbei. Und ich werde abends wieder wie betäubt vor dem Computer sitzen. Keine Spur mehr von Power und Ideen.

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