Femina

Da ich nicht gut zeichnen kann, muss ich meine Bilder im Bildbearbeitungsprogramm verunstalten, in der Hoffnung, dass sie danach voll fetzig aussehen.

Wenn alles gut läuft, bekomme ich in dieser Woche das Manuskript zu Wintermaid II von der letzten Testleserin zurück. Dann kann ich so langsam aber sicher die Veröffentlichung vorbereiten, auch wenn ich ein bisschen Angst davor habe. Meistens merke ich erst hinterher, was ich alles besser oder anders hätte machen können. Mal abgesehen davon, dass ich es noch immer schade finde, den Stoff nicht tiefgründiger, doppelbödiger und vielschichtiger aufbereitet zu haben, als in einer Art „Hau-drauf-Fantasy“, so wie er jetzt eben vorliegt. Aber das mit der Vielschichtigkeit bekomme ich einfach nicht auf die Reihe dank meiner Dauermüdigkeit und diversen anderen Baustellen, bei denen ich noch meine Frau stehe.

Das mit der Frau ist eh so eine Sache. Durch die Recherche zu den realen Fakten, die in Wintermaid hier und da angerissen werden, bin ich zwangsläufig auf das Thema „Feminismus“ gestoßen. Auch wenn ich dank meiner DDR-Vergangenheit und einigen unguten Erinnerungen an das Leben in einer Diktatur, die sich Sozialismus nannte, ein gespaltenes Verhältnis zu allem habe, was mit „ismus“ am Ende daherkommt.

Es war keine gute Idee, zu diesem Thema bei Twitter mitzulesen. Mir bluten immer noch ein bisschen die Augen. Dennoch wollte ich unbedingt die gruseligen Fakten im Anhang von Wintermaid II auflisten. Einfach, um mir selbst zu zeigen, welchen Stellenwert Frauen in unserer Gesellschaft und auch weltweit heute inne haben.

Das war mir wichtig. Auch wenn eine der Testleserinnen angedeutet hat, dass sie es schade findet, wenn am Ende noch ein ganzer Schwung Seiten kommt, aber die Fantasygeschichte (im engeren Sinne) schon zu Ende ist. Zumal einige der Fakten zeigen: Das reale Leben einer Femina* kann unter Umständen viel grauenvoller sein, als es sich eine Autorin für eine „Hau-Drauf-Fantasy“ ausdenken kann.

*) In diesem Fall mit XX-Chromosomen und weiblicher Morphologie geboren, sofern sie denn geboren werden durfte …