Endspurt

Das Bild ist mit der Serienseite auf Amazon verlinkt.

Noch etwa eine Woche läuft meine Preisaktion für den ersten Trywwidt-Band. Das Buch, an dem ich über drei Jahre geschrieben habe und das mein erster richtiger Roman werden sollte. 2015 hatte ich es veröffentlicht.

Für 99 Cent verschleudere ich die mehr als 500 Seiten während der Preisaktion. Es geht weg wie gefrorenes Blei. Letztlich wie alle meine anderen Bücher auch. Egal, wie viele Leute mir versichern, wie toll die Bücher seien, dass sie beim Lesen lachen oder auch mal weinen mussten, dass sie nicht aufhören konnten zu lesen, dass es das Beste sei, was an Urban Fantasy in den letzten Jahren erschienen ist, dass es ein echter Pageturner sei.

Sicher, es gibt auch die anderen Leser, die es sofort abgebrochen haben, die zutiefst enttäuscht davon waren, wo sie sich doch so sehr drauf gefreut hatten, die es zu banal fanden, um es zu lesen oder zu verwirrend usw. usf. Diese Leser lagen am Ende mit ihrer Einschätzung richtig: Trywwidt ist eine einzige Enttäuschung. Unpassend. Ungeliebt. Unlesbar.

In mir brodeln so viele Ideen, die raus wollen, dass es in den Fingerspitzen kribbelt, als stünden sie unter Strom. Eine Daueranspannung, die kaum auszuhalten ist. Und gleichzeitig hat es keinen Sinn, auch nur eine einzige weitere Zeile zu tippen, wenn es ohnehin kaum jemand liest. Der Aufwand, die Lebenszeit und die Kraft, die so ein Buch verschlingt, kann ich nicht noch einmal in dem Bewusstsein investieren, dass es letztlich nur für die Tonne ist.

Es ist längst Zeit, Klara Bellis gehen zu lassen. Und gleichzeitig bin ich jetzt Mitglied in einem Autorenverband für Phantastikautoren. Warum ich die Aufnahme dort beantrag habe, weiß ich nicht so genau. Wer weiß, vielleicht ja für ein Pseudonym*, das nach „Klara Bellis“ kommt. Irgendwann. In ein paar Jahren. Wenn die Anspannung zu groß geworden ist und ich einfach wieder schreiben muss, um nicht zu platzen. Wir werden sehen.

*) Dann vielleicht lieber ein Männername, da ich keine Liebesromane schreiben mag und die Leser nicht weiter enttäuschen will, die das vermutlich in meinen Büchern suchen. Oder, um auf Nummer sicher zu gehen, dass die Bücher auch wirklich Leser finden, am besten ein englisch anmutender Name: Roger Barks oder Damien Darkwood. Barry Thunderbold? Oder Larry Losman? Hach! So viele Möglichkeiten und so wenig Zeit zum Schreiben.