Eine heiße Kohle namens Facebook

So ähnlich sieht meine aktuelle Werbeanzeige auf Facebook aus.

Vergangene Woche hatte ich berufsbedingt ein längeres Gespräch mit einem Datenschützer. Er ist der Auffassung, dass man aus Sicht des Datenschutzes Facebookseiten (nicht die Privatprofile) sofort abschalten muss. Facebook hätte trotz Aufforderung und halbherziger Ansätze nicht ausreichend beim Datenschutz nachgebessert. Die Auffassung mit dem sofortigen Abschalten teilen nicht alle Datenschützer, soweit ich das von diversen Weiterbildungen weiß, die dieses Thema angerissen hatten. Sie raten eher zum aufmerksamen Abwarten und zum Augen offenhalten.

Trotzdem fühlt es sich für mich immer unbehaglicher an, meine Facebookseite zu betreiben. Und eigentlich hatte ich längst beschlossen, sie abzuschalten, sobald ich den letzten Trywwidt-Band als Taschenbuch veröffentlicht hätte.

Leider ist Facebook die im Moment am besten funktionierende Möglichkeit, mit Lesern in Kontakt zu treten bzw. überhaupt erst auf meine Bücher aufmerksam zu machen. Ich habe mir sogar noch mal getraut, eine Werbeanzeige auf Facebook zu schalten, etwas, das ich in den vergangenen Jahren nur zweimal ausprobiert hatte. 

Das Leserfeedback auf die schlichte Werbeanzeige lässt mich seit ein paar Tagen ungläubig staunend vor dem Monitor sitzen. Zumal auf der Schulter meines Autorinnen-Ichs viel zu oft ein kleines Teufelchen hockt und flüstert: „Warum schreibst du überhaupt? Deinen Quatsch will eh keiner lesen.“

Würde ich die Facebookseite abschalten, gäbe es so gut wie kein solches Leserfeedback mehr. Am Ende behielte das Teufelchen recht und lacht sich ins Fäustchen. Lasse ich die Seite weiter bestehen, dann geht das nur mit dem schlechten Gewissen, etwas Verbotenes zu tun, das mir sehr bald übel auf die Füße fallen könnte.

Mein aktueller Plan lautet deshalb: Abwarten bis ich die Erzählung veröffentlicht habe, die ich im Januar/Februar versehentlich geschrieben hatte. Die Facebookseite ist leider die beste Möglichkeit, die Leser über die Veröffentlichung zu informieren. Wenn ich das abgeschlossen habe, versuche ich den Gedanken mit dem Abschalten noch mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Auch wenn es sich schon seit Monaten anfühlt, als würde ich auf Kohlen sitzen.