Marketingblues, die Zweite

Werbeanzeige für E-Books

So sah eine der Werbeanzeigen aus, die ich geschaltet hatte. Noch bis Ende Januar werde ich den ersten Band preisreduziert lassen.

Im November hatte ich es tatsächlich geschafft und meinen letzten Trywwidt-Roman veröffentlicht. Soweit ich wusste, gab es ein paar Dutzend echter Fans, die auf die Veröffentlichung hinfieberten. Da mir das mit der DSGVO immer unübersichtlicher wurde, verzichtete ich auf die Einrichtung eines Newsletters und beschränkte mich darauf, eine Facebook*-Gruppe einzurichten, um all die Leser zuverlässig zu erreichen, die am letzten Trywwidt-Teil interessiert waren. Logischerweise änderte Facebook schon bald darauf die Reichweite der Facebook-Gruppen und meine frohe Botschaft, dass der 3. Teil veröffentlicht sei, erreichte nur noch eine Handvoll meiner Gruppenmitglieder.

Es kam, wie es kommen musste. Schon einen Tag nach Veröffentlichung sackten die Verkäufe ab. Ein Zustand, den ich von den letzten beiden Bänden kannte. Nur dieses Mal wollte ich es nicht darauf beruhen lassen. Also kratzte ich mein Taschengeld zusammen und startete, verbunden mit einer massiven Preisreduktion, für etwa zwei Wochen eine bezahlte Werbekampagne bei Facebook.

Da geschah das in meinen Augen kleine Wunder. Plötzlich kauften die Leute meine E-Books, die mitten rein in die Top 1.000 schossen. Sicher für jemanden, der davon leben muss, kein großes Ding. Für mich aber war es unglaublich. Anfangs musste ich mir sogar eine kleine Träne aus dem Augenwinkel wischen, als ich dreistellige Verkaufsränge sah, wo doch sonst ein sechsstelliger Rang die Normalität war. Inzwischen habe ich die Kampagne gestoppt und die Verkäufe haben sich auf das Maß vor der Kampagne eingependelt. Sichtbarkeit ist für Bücher alles – was den Verkaufserfolg betrifft. Aber Sichtbarkeit kostet eben auch Geld, wenn man es nicht auf andere Weise schafft.

Auch wenn ich immer wieder von den unterschiedlichsten Leuten höre, wie toll sie meine Bücher finden, kann ich es dennoch nicht glauben, denn die Verkaufszahlen sprechen eine andere Sprache. Im Grunde weiß ich, dass ich allein im Dunkeln stehe. Mit meiner kleinen Trywwidt-Kerze in der Hand, die der kalte Wind der Bedeutungslosigkeit jederzeit auszupusten droht. Obwohl ich, was das Schreiben betrifft, eine „Verrückte“ bin, so fällt es mir immer schwerer, die Motivation dafür zu finden. Deshalb waren die Verkaufserfolge durch die bezahlte Werbung wie ein Energieschub, auch wenn am Ende ausschließlich Amazon und Facebook daran verdienen. Vermutlich ist es naiv, das alles hier reinzuschreiben und zu veröffentlichen. Aber hey! Das ist meine Webseite. Hier kann ich alles reinschreiben, was ich will. Und das auch noch widerspruchslos, da ich aus DSGVO-Gründen die Kommentarfunktion deaktiviert habe.

Im Moment sitze ich am Schriftsatz der Druckausgabe des dritten Bandes. Ich versuche, den Text so hinzubekommen, dass keine großen Löcher in den Zeilen klaffen und es sich angenehm lesen lässt. Eine zeitraubende Arbeit, die ich im Januar abschließen will. Dann werde ich noch mal einen zweiten Versuch mit einer Facebook-Kampagne starten. Ich bin gespannt, wie dieser dann verläuft.

*) Wobei auch so eine Facebook-Seite aus DSGVO-Gründen schon lange mehr als nur fragwürdig ist. Aus diesem und anderen, persönlichen Gründen hoffe ich, Facebook sehr bald verlassen zu können. Sobald der letzte Trywwidt-Band als Druckausgabe veröffentlicht ist.

Trywwidt III ist veröffentlicht

drei Buchcover mit Frauengesichtern

Coverbilder: Anke Merzbach; Coverdesign: Felicitas Platzek. Das Bild ist mit Amazon.de verlinkt. Der Klick führt auf Amazon.de. Dort gelten die Datenschutzbestimmungen von Amazon.

Es ist vollbracht. Meine Urban-Fantasy-Trilogie „Trywwidt“ (die nie als Trilogie geplant war – eigentlich noch nicht mal als einzelner Roman), ist nun veröffentlicht. Seit 2012 habe ich an allen drei Bänden gesessen. So langsam merke ich, dass mir das Schreiben am Trywwidt-Text fehlt. Das ist sicher die Macht der Gewohnheit. Doch so, wie sich seit 2012 mein Leben entwickelt hat, wird es wohl mittel- bis langfristig keine weiteren Geschichten von mir geben.

Im Hinterkopf schwirrt noch eine längere Kurzgeschichte über Trywwidt herum, wie sie das Geheimnis der Dunklen Zone erkundet. Diese geheimnisvolle und weitestgehend unerforschte Region in der Elfenwelt spielt vor allem im ersten Band als Trywwidts Angstvorstellung eine Rolle. Im zweiten Band arbeitet Kryttick an einer Simulation der Zone. Vielleicht schreibe ich die Geschichte noch auf. Im Grunde muss ich nur das abschreiben, was im Kopf schon lange fertig* geschrieben ist. Nur hieße das, die Kraft, die Zeit und vor allem die Ruhe dafür zu finden. Und allein danach zu suchen, fällt mir schon schwer.

Im Moment arbeite ich daran, die Geschichte um Trywwidt und ihre Freunde unter die Leserschaft zu bringen. Vielleicht finden ja noch ein paar mehr Leser als bisher zu den Büchern. Und vielleicht sind auch wieder Menschen darunter, die in die Geschichte eintauchen und sie genießen können. Auch wenn es darin erschreckend wenig** über 17-jährige Mädchen zu lesen gibt, die auf einen geheimnisvollen, unglaublich gut aussehenden Fremden treffen, der sie wie Dreck behandelt – und der trotzdem ganz süß ist. (Tschuldigung, das konnte ich mir jetzt nicht verkneifen. Vermutlich habe ich in den letzten sechs Jahren zu viele Klappentexte gelesen.)

Was mir auf jeden Fall noch bevorsteht, das ist der Schriftsatz für die Druckausgabe des dritten Bandes. Da diese Ausgabe mit ihren ca. 400 Seiten noch mal etwas schmaler als der Vorgängerband sein wird, hoffe ich, verhältnismäßig schnell fertigzuwerden. Möglichst im Januar soll das Taschenbuch bei BoD zu haben sein.

Jetzt würde ich glatt noch eine Pressemitteilung schreiben wollen. Leider ist der Kater gerade auf der Tastatur eingepennt, was das Schreiben etwas verkompliziert. Also lasse ich das lieber.

*) Erwähnte ich schon, dass ich grundsätzlich ohne Notizbücher schreibe, da ich die eh nur verbummeln würde?
**) Um genau zu sein: Sogar überhaupt gar nichts.

Trywwidt III – Das Cover ist enthüllt

BuchcoverEine Coverenthüllung ist immer ein wenig magisch. Mit einem Mal ist etwas in der Welt, was es so bis vor einer Sekunde noch nicht gegeben hat. Auch dieses Trywwidt-Cover ist wieder mit Hilfe der Foto- und Textilkünstlerin Anke Merzbach und der Grafikdesignerin Felicitas Platzek entstanden. Erstere hat das Covermotiv bereitgestellt und Letztere hat daraus ein Buchcover gemacht. Anfang kommender Woche trudelt wahrscheinlich der korrigierte Trywwidt-III-Text bei mir ein. Dann heißt es, die Korrekturen einarbeiten, das Ganze noch einmal lesen und der nächste und letzte Schritt: das Hochladen des E-Books bei Amazon.
Als allerletzte Amtshandlung muss ich noch den Schriftsatz für die Druckausgabe in Angriff nehmen und das Buch bei Books on Demand veröffentlichen. Dann kann ich mit gutem Gewissen den geordneten Rückzug vom Autorinnenleben antreten.

Marketingblues

Eine Katze sitzt auf einem Schreibtisch

Kater Schrumpel post meistens freiwillig für meine Social-Media-Fotos.

Jetzt kommt einer dieser Beiträge, die man lieber nicht schreiben und schon gar nicht veröffentlichen sollte. Schlimm genug, überhaupt in eine solche Richtung zu denken. Ich hab’s trotzdem aufgeschrieben, da es mich gerade beschäftigt.

Über meinem fast immer strahlend blauen Autorinnenhimmel, über den normalerweise Regenbögen pupsende Einhörner flattern – rosa Einhörner mit Glitzer selbstverständlich, auch wenn sie auf den ersten Blick wie tiefschwarze Fledermäuse mit Fangzähnen aussehen –, zieht langsam aber unaufhaltsam ein dunkler Schatten auf. Und dieser Schatten hat einen Namen: MARKETING.

Mein Trywwidt-Projekt steht kurz vor dem Abschluss. Nur noch der Korrekturdurchgang fehlt, und das Buchcover wird auch gerade gestaltet. Letztlich müsste ich schon jetzt aus allen Rohren feuern und auf das Buch sowie auf mich als tolle Autorenpersönlichkeit aufmerksam machen. Sich dem Spiel zu verweigern, wäre tödlich für das Buch. Das kann ich gerade bei meinem Liebesroman In Love with a Phantom live und in Farbe beobachten.

Allein der Gedanke ans Marketing versetzt mich in eine Art Schockstarre. Dabei stehen durch die sozialen Medien Türen offen, an die vor wenigen Jahren nicht einmal zu denken war. Trotzdem schaffe ich es nicht, über meinen eigenen Schatten zu springen und „Trara! Hier bin ich! Trötröt!“ zu tönen. Zu groß ist meine Angst davor, anmaßend zu sein, für etwas Aufmerksamkeit einzufordern, das diese nicht verdient hat. Auch wenn ich es in den vergangenen Jahren versucht hatte, mich social-media-mäßig aktiv einzubringen, viel mehr als ab und zu ein Katzenfoto bei Twitter oder Facebook hochzuladen, ist dabei nicht rausgekommen. Wäre Kater Schrumpel nicht so fotogen, ich wäre echt aufgeschmissen.

Kreativ sein, Ideen haben, bis zur Selbstaufgabe über Jahre hinweg an einem Projekt dranbleiben und es bis zum Schluss durchziehen, das kann ich. Danach aber auch noch „Hoppla! Jetzt komm ich!“ durch die Welt zu jubilieren, selbst wenn es nur die virtuelle ist, daran scheiterte ich. Inzwischen bin ich mir sicher, dass diese Eigenschaft mindestens genauso wichtig ist, wie die Sache mit den Ideen und der Kreativität. Vielleicht am Ende sogar wichtiger, entscheidet sie doch darüber, als Autorin wahrgenommen zu werden oder unterzugehen.

Kuchen mit einer hellen Schokoglasur und Noten und Klaviertasten aus Schokolade

Die Noten wollten nicht richtig trocknen. Beim Transport ist alles verschmiert.

Dabei bin ich noch nicht mal sonderlich ängstlich. Es ist eher das unbestimmte Gefühl, es mir einfach nicht erlauben zu dürfen, stolz auf das Erreichte zu sein. Eben die Sache mit der Aufmerksamkeit, die ich ganz allein und aktiv für etwas einfordern muss, an dem ich selbst zweifle. So wie ich an allem zweifle, was ich auf die Beine stelle, selbst wenn es der Geburtstagskuchen ist, an dem die Schokoladenglasur nicht 100 Prozent perfekt getrocknet ist.

PS: Das mit dem Zweifeln finde ich nicht schlimm oder belastend, sondern sehr wichtig, um bei dem, was ich so mache, besser zu werden. Ich will mich nicht auf vermeintlichen Lorbeeren ausruhen, sondern mich weiterentwickeln. Der Zweifel ist dafür ein Antrieb – und ein Klotz am Bein, wenn es ums Selbstmarketing geht.

 

Auf der Zielgeraden

Seit gestern bin ich einen riesengroßen Schritt mit dem letzten Trywwidt-Teil weitergekommen. Ich habe die Lektoratsanmerkungen eingearbeitet. Bei 584 sogenannten Normseiten war das ein ziemlicher Brocken, den ich stemmen musste. Und derjenige, der die Anmerkungen da reingeschrieben hat, erst recht. Im Grunde könnte ich das Manuskript noch heute ausdrucken und morgen in den Briefkasten werfen, um es an die Korrektorin zu schicken. Mein latenter Kontrollzwang hindert mich jedoch daran. Deshalb lese ich es zuvor noch mal im Ganzen durch – in aller Ruhe, soweit das möglich ist.

So langsam komme ich dem Abschied von Trywwidt immer näher. Und so, wie es seit einiger Zeit aussieht, wird das für mich auch der Abschied vom Schreiben sein. Zumindest von der Intensität, die ich spätestens seit 2012 gelebt habe. Inzwischen kollidiert das Schreiben zu sehr mit meinem Privat- und Berufsleben. Um mich weiterzuentwickeln, müsste ich mich ohne wirtschaftliche Zwänge so gut wie ausschließlich aufs Schreiben konzentrieren können. Ein Idealzustand, den ich mit meinen Möglichkeiten nicht erreichen kann und vielleicht auch gar nicht will.

Als ich vor nicht ganz neun Jahren anfing, mich auf diesem Gebiet auszuprobieren, hätte ich mir als damalige Urban-Fantasy-Leserin niemals träumen lassen, eine eigene Trilogie in meinem Lieblingsgenre zu schreiben, und zwar genauso, wie ich sie selbst gerne gelesen hätte. Wenn alles gutgeht und ich keinen Mist im Straßenverkehr baue, werde ich bald den letzten Teil in den Händen halten können.