Auf der dunklen Seite dank einer putzigen Geschichte für Kinder

Das ist das Cover der auf dem Index des Buchhandels stehenden Fantasy-Geschichte. Ich habe es selbst gebaut und es hat Spaß gemacht. Streng verbotenen Spaß, versteht sich!

Diese Woche ist es passiert. Da bin ich zur Beinahe-Kriminellen geworden. Letztlich musste es so kommen. Eine Autorin, die Vampire mit menschenverachtenden Tendenzen als Sympathieträger darstellt, die treusorgend-besorgte Ronny-Beilhorst-Bürger als Buhmänner hinstellt und die in „Wintermaid“ einfach mal jahrtausendelange Frauenverachtung in eine mehr oder weniger spannende Fantasy-Geschichte verpackt, anstatt etwas über „pochende Herzen“ und „Kribbeln im Bauch“ zu schreiben, wenn das erbarmungswürdige Weiblein dem Alphamann gegenübersteht, die muss einfach verdächtig sein. Und jetzt hab ich mich tatsächlich selbst entlarvt, als potenzielle Umstürzlerin, die mit Fake-News die Unzufriedenheit der Bürger anstachelt.

Wie ich das geschafft habe? Ganz einfach! Mit einer Kurzgeschichte für Kinder, geschrieben für ein gemeinnütziges Vorleseprojekt. Weil ich die Geschichte ganz neu für das Projekt schreiben musste (meine Texte mit Vampiren passen einfach nicht so gut für die Zielgruppe „Kindergarten- und Grundschulkinder“) dachte ich mir spontan etwas mit aktuellem Zeitbezug aus. Und was ist derzeit wohl aktuell? Richtig! Das Corona-Virus und seine Auswirkungen im Großen wie im Kleinen. Ich entschied mich, in meiner Kindergeschichte die kleineren Auswirkungen aufzugreifen und eine Situation zu beschreiben, wie sie derzeit unzählige Schulkinder erleben: Sie sitzen alleine zu Hause herum und erledigen mehr oder weniger brav ihre Hausarbeiten für die Schule.

Hier kann man die Geschichte downloaden. Ich musste das Epub und das Mobi als „Zip“ verpacken, um es hochladen zu können. Um es zu lesen, muss man es wieder entzippen.
Epub: https://klarabellis.de/wp-content/uploads/2020/04/corona-geschichte.epub_.zip
Mobi: https://klarabellis.de/wp-content/uploads/2020/04/corona-geschichte.mobi_.zip
PDF: https://klarabellis.de/wp-content/uploads/2020/04/Der-magische-Hausaufgabentausch.pdf

In genau so einer Situation trifft der Leser die Protagonistin Emely an, die sich davor zu drücken versucht, ein Mathearbeitsblatt zu lösen. Und dann macht es „Blubb!“ und das fantastische Element tritt in die Geschichte, denn es handelt sich um eine Fantasy-Geschichte. Tja. Das dachte ich zumindest. Aber Denken scheint nicht meine Stärke zu sein, deshalb belehrte mich der Distributor, der meine E-Books vertreibt, eines Besseren.

Als ich mein E-Book auf dessen Webseite zum Verteilen auf die Webshops hochludt, informierte mich mein Anbieter per E-Mail, dass er mein E-Book nicht auf die Webshops verteilen wird. Der Grund sei, dass darin Corona thematisiert wird und der Buchhandel nimmt derzeit keine Bücher mehr an, die dieses Thema beinhalten. In der Mail heißt es „Der Buchhandel möchte vermeiden, dass ungesicherte Informationen zu dem Thema in dem jeweiligen Shop verbreitet werden. “ Echt jetzt? Informationen? In einer Fantasy-Kurzgeschichte für Kinder?

Aber stopp mal! Wie war das mit den Vampiren (blutrünstig und gemeingefährlich) in meinen Büchern? Oder den unkeuschen Jungfrauen, die sich zur Wehr setzen, anstatt sich ordentlich vom Alphamann rannehmen zu lassen? Im Grunde sind das auch alles Informationen, die Leser verunsichern könnten. Am Ende glauben sie tatsächlich noch, dass das alles stimmt, was ich da in meine Romane reinschreibe. Letztlich erkannten schon vor Jahren verschiedene Kirchenvertreter die dunkle Gefahr, die von Fantasy-Büchern ausgeht, als sie die Harry-Potter-Bücher als satanistische Texte entlarvten und auf den Index setzten.

Im Grunde muss ich dem Buchhandel dankbar sein, dass er mich in meinem Wahn stoppte und meine Fantasy-Geschichte mit den ungesicherten Informationen über Homeschooling und spitzohrige Besucher aus einer anderen Dimension sofort auf den Index setzte, noch bevor sie überhaupt erschienen war.

Leider bin ich ein undankbares Luder, weshalb ich das E-Book einfach auf meine Webseite zum Download hochlade. Als Hörstück ist der Text ohnehin längst bei YouTube veröffentlicht: https://www.youtube.com/watch?v=2rmi-HutChI

Mein Distributor empfahl mir noch, den Text umzuschreiben und auf die Worte „Corona“ und „Covid 19“ zu verzichten. Ich verzichte gern, aber nicht auf ganz plötzlich verbotene Wörter, sondern aufs Zensieren lassen und Umschreiben meiner Texte.