An der Leistungsgrenze

Mein Schreibplatz im letzen Urlaub

Mein Urlaub ist vorbei. Zwei Wochen Pause vom Job und ein bisschen auch vom Haushalt. Während der Zeit habe ich an einem Text für ein Projekt mit Abgabetermin geschrieben, auf das ich nicht mal stolz sein kann. Parallel dazu versuchte ich, auch noch am zweiten Wintermaid-Text zu arbeiten.

Beim Schreiben an zwei Projekten gleichzeitig musste ich immer wieder an meiner Leistungsgrenze kratzen. Dabei hatte ich doch Urlaub und sollte mich erholen. Mein Plan, die Wintermaid-Fortsetzung bis zur BuchBerlin im November fertigzustellen, werde ich nicht einhalten können. Ich merke gerade wieder, dass mein kleines bisschen Kreativität die weiße Fahne schwenkt und mein Kopf kaum mehr als „Ich will doch nur schlafen“ denken kann. Selbst die Wochenenden taugen nicht zum Schreiben, da sie oft mit Terminen und Verpflichtungen vollgepackt sind und seien es nur die Wäscheberge und das, was sonst noch so zum Familienleben gehört.

Eigentlich hätte ich jetzt, kurz vor Mitternacht, endlich Zeit und Ruhe, um zu schreiben. Uneigentlich ist da nur bleierne Müdigkeit, die mich nicht schreiben lassen will. Ich beneide die Leute, die so diszipliniert sind, sich morgens um fünf den Wecker zu stellen, um noch vor dem Job ein oder zwei Stunden am Text zu feilen. Oder die auch Mitternachts noch so wach im Kopf sind, dass sie diese Stunden nutzen können.

Ich werde mein Urlaubs-Schreibpensum endgültig in den Alltags-Modus herunterfahren und mich dann eben freuen, wenn ich zwei oder drei Seiten pro Woche schaffe, anstatt fünf Seiten am Tag schaffen zu wollen. Richtig knifflig wird es erst beim Überarbeiten. Dazu brauche ich absolute Ruhe und einen hellwachen Kopf. Ein Zustand, den ich – wenn beruflich alles gut geht – erst wieder in genau einem Jahr für längere Zeit haben werde, nämlich dann, wenn wieder Urlaub ansteht.