Abschied von Kindle Unlimited

Abgeseilt und auf dem Weg in unbekannte Gewässer

Seit dem 22. März ist der zweite Band meiner Trywwidt-Trilogie aus der Amazon-Leihbibliothek Kindle Unlimited herausgefallen. Band 1 und 3 folgen im Mai. Das hat mehrere Gründe.

Als ich den ersten Band von Trywwidt veröffentlichte, zahlte Amazon bei Kindle Unlimited noch 0,453 Cent pro gelesener Seite an den Autor. Im Februar 2019 waren es noch ganze 0,28929 Cent. (Quelle: Selfpublisher-Bibel) Eine Entwicklung, die einen deutlichen Trend aufzeigt.

Trotzdem hielt ich bis vor Kurzem noch an Amazons Kindle Unlimited fest, auch wenn ich dadurch vertraglich gebunden war, meine E-Books ausschließlich bei Amazon zu veröffentlichen. Leider scheine ich weniger E-Books zu verkaufen, wenn ich auch die anderen Shops beliefere und nicht nur Amazon exklusiv. Eine nicht so gute Erfahrung, die ich in der Vergangenheit gesammelt hatte. Mein E-Book hatte damals paradoxerweise seine Sichtbarkeit eingebüßt, obwohl es in sehr viel mehr Shops angeboten wurde.

Andererseits will ich beim Schreiben frei im Kopf sein, ohne auf verkaufsträchtige Themen schielen zu müssen. (Zum Glück muss ich nicht vom Schreiben leben.) Deshalb ist es nur konsequent, den Schritt von Amazon weg zu wagen – zumindest, was das exklusive Veröffentlichen bei Amazon betrifft – und auch die anderen Shops und somit die Tolino-Leserinnen und Leser zu beliefern.

Der Hauptgrund, warum ich für meine E-Books das Risiko der geringeren Sichtbarkeit eingehe, nennt sich Buchpreisbindungsgesetz; ein deutsches Gesetz, dessen Einhaltung Amazon nicht garantieren kann. Genau das musste ich in den vergangenen Monaten erleben. Es hat zwanzig Tage und mehrere E-Mails an den Support gedauert, ehe die falsche Preisangabe im Webshop behoben wurde. Ein Fehler, den ich (aus technischen Gründen) erst nach Wochen entdeckt hatte.

Mit dem Fehler im Webshop war auch eine heftige Reduzierung meines Honorars verbunden. Ich weiß bis heute nicht, ob Amazon das Honorar jemals nachzahlen wird.

Das Risiko, eventuell gegen geltende Gesetze zu verstoßen und wieder um mein Honorar betteln zu müssen, möchte ich keinesfalls noch einmal eingehen. Ich hoffe, dass der Fehler im Amazon-Shop – sollte er erneut auftreten – schneller behoben wird, wenn die E-Books neben Amazon auch in anderen Shops angeboten werden. Zumindest hätte ich mit dem Buchpreisbindungsgesetz und dem Hinweis auf die Preise in den anderen Shops ein starkes Argument in der Hinterhand, um auf eine zeitnahe Korrektur zu bestehen.

Der Fehler im Shop betraf übrigens nicht nur mich, sondern auch andere Autorinnen. Bei einer Autorin wurde er umgehend behoben. Sie beliefert über einen großen Distributor auch andere Shops. Ihr Anbieter hatte den Kontakt zu Amazon aufgenommen, die umgehend reagierten und nicht erst nach drei Wochen und mehreren Mails mit widersprüchlichen Inhalten, so wie bei mir.


Meine beiden Ausflüge in die feucht-heißen Gefilde der „Romance“-Bücher belasse ich aber exklusiv bei Amazon. Die Tolino-Leserinnen und Leser werden mir dafür ewig dankbar sein.