Und es frustet wieder

Vor einigen Monaten hatte ich durch meinen chronischen Zeitmangel, was das Schreiben angeht, einen ziemlichen Frustschub. Damals war ich kurz davor, „Klara Bellis“ abzuschaffen und nur noch still und heimlich vor mich hinzuschreiben, bis ich das „Trywwidt“-Projekt beendet hätte, um dann endgültig meinen halb kaputten Laptop einzumotten und mich erfreulicheren Dingen zuzuwenden.

Dann kamen zwei Wochen Urlaub und die Wörter brachen nur so aus mir heraus, sodass ich zwar nichts von meinem Urlaubsort zu sehen bekam, dafür aber in Rekordzeit den Rohentwurf für den dritten und letzten Trywwidt-Teil beenden konnte.

So langsam wuchs wieder ein kleines Hoffnungspflänzchen, dass ich es mit der Selfpublisherei vielleicht doch irgendwie auf die Reihe bekomme. Trotz Job und Familie und Haushalt und was sonst so im Leben anliegt. Mit neuem Schwung kämpfte ich fast den ganzen August mit dem Schriftsatz für die Druckausgabe des zweiten Trywwidt-Teils, der bisher nur als E-Book existiert. Der Plan war, das Ganze bis September bei Books on Demand hochzuladen und neben der hochoffiziellen Veröffentlichung der Taschenbuchausgabe einen ganzen Bücherstapel Geburtstagsgeschenke hervorzuzaubern, denn einige Leute, die ich mit dem Buch beglücken wollte, haben im September Geburtstag. Außerdem gab es inzwischen eine Anfrage zu einer Lesung, die auch schon wieder einige Wochen zurückliegt und die ich nicht im Sande verlaufen lassen wollte.

Seit gut einer Woche ist der Schriftsatz für die Druckausgabe fertig. Ich bräuchte es nur noch hochzuladen und auf „Drucken“ drücken. Leider ist dieser kleine Schritt seit gestern in weite Ferne gerückt, da es im Moment unklar ist, wann ich die Datei für das Taschenbuchcover geliefert bekomme. Also muss ich wieder abwarten, geduldig sein, hoffen, dass ich meinen Freunden mit der Schreiberei und den damit verbundenen Bitten nicht den letzten Nerv raube, denn auch die haben  – wie es der Zufall will – alle ihr eigenes Leben und nicht immer Zeit für die spontanen Wünsche von exzentrischen Indie-Autorinnen. Und zwischendurch heißt es: Immer mal wieder ganz vorsichtig nachfragen und höflich darum bitten, ob es vielleicht doch mal irgendwann eventuell klappen könnte.

Genau solche Hänger im Projekt, die Momente, in denen ich absolut nichts beeinflussen kann und bei denen ich nicht ansatzweise abschätzen kann, wie lange sie andauern werden, rauben mir den letzten Nerv.

Durch meine Ausflüge in die Malerei bin ich es gewohnt, die Fäden in der Hand zu halten und mir meine Zeit, die ich an einem Projekt arbeite, nach Belieben einteilen zu können. Durch das Schreiben ist das anders geworden. Hier kann ich nicht alleine bestehen, sondern bin auf die Hilfe und Zuarbeit anderer angewiesen. Leider ist das so überhaupt nicht mein Ding und ich setze gedanklich einen weiteren dicken fetten Minuspunkt an das „Hobby“ Schreiben, das für mich weit mehr als ein putziges Hobby* ist.

*) Ich finde dieses Wort ganz schlimm und muss dabei immer an ältere Damen denken, die um die Wette Schals stricken oder mit der Serviettentechnik Blumentöpfe bekleben. Obwohl beides, wenn man mit dem Herzen dabei ist, sicher riesigen Spaß macht.

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