Schriftsatz – Lust und Frust

Im Moment ist die Chance, an Trywwidt III weiterzuschreiben, in weite Ferne gerückt. Grund ist die Arbeit am Schriftsatz für die Druckausgabe des zweiten Teils. Dabei gehe ich den Text mehrmals Satz für Satz und Seite für Seite durch, um ihn in eine Form zu rücken, die für das Leserauge angenehm ist.

Gleichzeitig wird mir wieder bewusst, wie das richtige Leben an mir vorbeizieht, ohne dass ich daran Anteil habe. Familienfeste, Ausflüge, Treffen mit Freunden, Kinobesuche finden ohne mich statt, weil ich dadurch zu viel Zeit verlieren würde. Freizeit ist derzeit knapp. Deshalb versuche ich, jede freie Minute in das Buchprojekt zu investieren, anstatt sie mit Zerstreuung, Erholung oder Hausarbeit zu verplempern.

Manchmal glaube ich, um ein richtiger Schriftsteller zu sein, muss man ein durch und durch egoistischer Mensch sein mit einer ausgeprägten Neigung zum Eremitendasein, um sich genügend Schreibzeit vom eigentlichen Leben abknapsen zu können. Wobei es aber nie genug zu sein scheint. Egal, wie lange ich vorm Rechner hocke und auf der Tastatur hämmere.

Wieder frage ich mich, warum ich das mache. Niemand zwingt mich dazu. Abgabetermine habe ich keine. Niemand sitzt mir im Nacken. Es ist fast wie ein Zwang, weiter an dem Projekt zu arbeiten und es so gut wie nur möglich zu machen.

Und am Ende der Schufterei winkt als Lohn das Glück, ein richtiges fertiges Buch in den Händen zu halten. Ein solches Buch hat mir vor ein paar Tagen eine meiner Testleserinnen weggeschnappt und es ans andere Ende von Deutschland verschleppt. Sie kannte den ersten Teil von „Trywwidt“ noch nicht, da sie nur den zweiten testgelesen hatte. Und was soll ich sagen: Da war so ein seltsames Glitzern in ihren Augen. Ich glaube, sie war angefixt.

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