Im Sog des Strudels

wegEin Strudel hat sich unter meinen Füßen aufgetan. Er saugt und zerrt an mir. Nicht wirklich an mir persönlich, sondern an dem, was die Autorin Klara Bellis ausmacht. Oder ausgemacht hat? Der Strudel dreht sich schneller und schneller. Seine Kraft wächst und mit jeder Umdrehung reist er Fetzen von „Klara Bellis“ mit sich, zerfetzt er die seltsame Web 2.0-Identität, die an mir klebt wie eine falsche zweite Haut. Er saugt sie Schnipselchen für Schnipselchen von mir herunter. Mir fehlt die Kraft, die Schnipsel aufzufangen, da ich alle Kraft brauche, um mich selbst festzuhalten, um nicht vom Alltag fortgerissen zu werden.

Dennoch muss ich sie festhalten, die Schnipsel einer trügerischen Hoffnung, denn wenn sie alle abgefetzt sind, bleibt nichts weiter von mir übrig als eine Bügelwäschebändigerin, eine Spülmaschinenbestückerin und eine Servicekraft für das Katzenklo. Eine eigenschaftslose Menschmaschine. Austauschbar und stumm.

Im Moment wachsen die Zweifel über den Mut, den ich für das Schreiben brauche, um mir die Erlaubnis zu erteilen, die Zeit von den wichtigen Dingen im Leben zu stehlen und diese in Form von Buchstaben, Wörtern und Sätzen zu konservieren. Trotzdem bleibe ich dran am Trywwidt-Projekt. Irgendwie und irgendwann schaffe ich das schon. Vielleicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.