Autorenleben im Web 2.0

Manuskriptseiten

Arbeit an der Druckversion zu „Schräge Biester“

Neben meiner Webseite habe ich, wie vermutlich sehr viele andere Autorinnen und Autoren, eine Facebookseite. Auf dieser berichte ich von meinem Leben als Indie-Autorin.

Menschen, die meine Seite geliket haben, erfahren, wenn ich etwas Neues veröffentliche oder andere Erfolge vermelden kann. Leider besteht das Autorenleben nicht nur aus Erfolgen, die einem mühelos zufliegen und nur darauf warten, in die Welt posaunt zu werden. Eher das Gegenteil ist der Fall. Zumindest in meinem ganz speziellen Fall.

Ich empfinde das Schreiben als etwas unglaublich Spannendes und Bereicherndes – nicht zuletzt, wenn ich von Lesern Feedback via Rezension oder Mail bekomme. Und zugleich kann das Schreiben auch anstrengend sein.

Einerseits fällt es mir leicht, stundenlang vor dem Rechner zu sitzen und Wörter in die Tastatur zu hämmern. Heimlich bezweifle ich sogar die Existenz jener mysteriösen Schreibblockade, die andere Autoren immer wieder zu plagen scheint. Wobei ich das nie laut sagen würde. Genauso wenig, wie ich die Existenz von Kopfschmerzen verneinen kann, nur weil ich selbst noch nie im Leben welche hatte.

Und dann ist da dieses „Andererseits“. Die Zeit, die oft zum Schreiben fehlt. Der Alltag, der den Kopf so dicht und müde macht, dass an Schreiben nach der Arbeit oder am Wochenende zwischen den Wäschebergen nicht zu denken ist. Die Selbstzweifel, die an mir nagen: Ist der Text gut genug? Kann ich es wagen, mich mit meinen selbstverlegten Büchern an die Presse oder an den Buchhandel zu wenden? Kann so jemand wie ich eine Lesung machen? Dann die Zweifel an meinem Text, die aufkommen, wenn ich die nur langsam wachsende Anzahl von Rezensionen im Webshop sehe oder die eher bescheidenen Verkaufszahlen. Auch das gehört zum Alltag. Zumindest zu meinem Alltag als Indie-Autorin.

Ich sehe es deshalb nicht als meine Mission an, die sozialen Netzwerke oder meine Webseite pausenlos mit Erfolgsmeldungen vollzuschreiben, gespickt mit Herzchen und Küsschen und diversen Hinweisen darauf, wie überglücklich und unglaublich aufgeregt ich bin. Ich versuche eher, so gut es geht, ein halbwegs reales Bild meiner Autorenpersönlichkeit abzugeben. Dabei kann ich nicht ständig in Partystimmung sein und betrunken vor Freude an mir selbst das Internet volljubeln.

Auch wenn ich manchmal selbstironisch bin und manchmal vielleicht auch ein ganz kleines bisschen verzweifelt, mindert das weder meinen Spaß am Schreiben noch die Qualität meiner Texte.

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