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Arbeit an der Druckausgabe und kein Ende

Seit etwa drei Wochen sitze ich in jeder freien Minute bis spät in die Nacht an der Druckausgabe für Trywwidt II. Dass ich das Ganze im nächsten Jahr noch einmal für den 3. Band machen muss, verdränge ich dabei, sonst würde ich spontan meine Festplatte formatieren, auf der sich das Manuskript befindet, und nie wieder ein Schreibprogramm öffnen. Außer auf Arbeit, wo ich dafür bezahlt werde, dass ich genau das mache: Texte tippen. Was man eben so macht im Büro.

Im Moment arbeite ich an den Illustrationen, die ich noch ins Buch einfügen will. Letztlich ist das wieder einer dieser zusätzlichen Arbeitsschritte, den ich mir hätte ersparen können. Und gleichzeitig ist da der Ehrgeiz, es so gut wie nur möglich zu machen, der mich zu den Illustrationen motiviert.

Auf geht’s! Zwei Illustrationen schaffe ich heute noch. Obwohl gleich morgen ist.

 

 

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Schriftsatz – Lust und Frust

Im Moment ist die Chance, an Trywwidt III weiterzuschreiben, in weite Ferne gerückt. Grund ist die Arbeit am Schriftsatz für die Druckausgabe des zweiten Teils. Dabei gehe ich den Text mehrmals Satz für Satz und Seite für Seite durch, um ihn in eine Form zu rücken, die für das Leserauge angenehm ist.

Gleichzeitig wird mir wieder bewusst, wie das richtige Leben an mir vorbeizieht, ohne dass ich daran Anteil habe. Familienfeste, Ausflüge, Treffen mit Freunden, Kinobesuche finden ohne mich statt, weil ich dadurch zu viel Zeit verlieren würde. Freizeit ist derzeit knapp. Deshalb versuche ich, jede freie Minute in das Buchprojekt zu investieren, anstatt sie mit Zerstreuung, Erholung oder Hausarbeit zu verplempern.

Manchmal glaube ich, um ein richtiger Schriftsteller zu sein, muss man ein durch und durch egoistischer Mensch sein mit einer ausgeprägten Neigung zum Eremitendasein, um sich genügend Schreibzeit vom eigentlichen Leben abknapsen zu können. Wobei es aber nie genug zu sein scheint. Egal, wie lange ich vorm Rechner hocke und auf der Tastatur hämmere.

Wieder frage ich mich, warum ich das mache. Niemand zwingt mich dazu. Abgabetermine habe ich keine. Niemand sitzt mir im Nacken. Es ist fast wie ein Zwang, weiter an dem Projekt zu arbeiten und es so gut wie nur möglich zu machen.

Und am Ende der Schufterei winkt als Lohn das Glück, ein richtiges fertiges Buch in den Händen zu halten. Ein solches Buch hat mir vor ein paar Tagen eine meiner Testleserinnen weggeschnappt und es ans andere Ende von Deutschland verschleppt. Sie kannte den ersten Teil von „Trywwidt“ noch nicht, da sie nur den zweiten testgelesen hatte. Und was soll ich sagen: Da war so ein seltsames Glitzern in ihren Augen. Ich glaube, sie war angefixt.

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Gedanken zum Wildwest-Verhalten im Internet

Als ich Anfang April 2017 meinen zweiten Roman bei Amazon als E-Book in den Webshop stellte, war ich mit meinen Kräften am Ende. Ich hatte mit Unterbrechungen seit August 2015 an dem Text geschrieben. In jeder freien Minute tauchte ich in Trywwidts und Korwins Welt ein, und gleichzeitig stahl ich mich aus der realen Welt, in der ich leben und funktionieren musste. Ein Balanceakt, der mich viele Nerven kostete. Trotzdem war ich überglücklich, es zusammen mit der Hilfe von Freunden geschafft zu haben, das Urban Fantasy-Abenteuer fortzuschreiben und zu veröffentlichen. Es war wie nach einer Geburt. Die totale Erschöpfung und gleichzeitig Adrenalin pur, das einen nicht zur Ruhe kommen lässt.

Der Schlag ins Gesicht traf mich gleich am nächsten Tag. Schon wenige Stunden nach der Veröffentlichung tauchte das E-Book auf der Piratenplattform lul.to auf. Dort wurde es für 15 Cent verschachert. Genau wie der erste Teil von „Trywwidt“.

Auch wenn mir klar war, dass das Phänomen der Buchpiraten kein neues ist und ich nicht als Einzige betroffen war, musste ich damals schlucken. Ich klickte mich durch die Plattform, um mit den Buchpiraten Kontakt aufzunehmen. Vergeblich. Meine jahrelange Arbeit war Kriminellen zum Opfer gefallen und ich konnte nichts machen. Ende Juni 2017 geschah dann das, womit ich und viele andere Autoren nicht gerechnet hatten: Die Betreiber der Plattform lul.to flogen auf und die Webseite wurde vom Netz genommen.

Aufgrund der Natur des Internets fürchte ich, ist es nur ein Etappensieg, der bald verwischen wird. Es gibt immer noch unzählige Möglichkeiten, E-Books – so wie alle anderen digitalen Werke – gegen den Willen der Urheber im Netz zu verteilen und damit Geschäfte zu machen.

Erstaunlich finde ich in diesem Zusammenhang, dass so etwas Harmloses wie Fantasygeschichten oder vielleicht auch so etwas Kulturvolles wie Literatur an sich, mit einem Mal zum Spielball Krimineller wird. So wird beispielsweise im Zusammenhang mit Amazons E-Book-Flatrate immer wieder von Klickfarmen gemunkelt. Es scheinen gut organisierte Strukturen dafür zu sorgen, dass so manches E-Book plötzlich in die Charts schießt und seinem Urheber aberwitzige Summen einbringt. Selbst wenn dessen Inhalt kaum ahnen lässt, dass sich unglaublich viele Leser auf einen Schlag dafür interessieren. Obwohl solche Fälle an Amazon gemeldet werden, handelt der Shop nur zögerlich oder gar nicht.

Es ist schon eine seltsame Welt, in der Kultur zu einer Art Goldmine für Glücksritter wird, und sich kriminelle Strukturen bilden, deren Wirken schon jetzt hoch effizient und recht einträglich ist, obwohl diese Entwicklung gerade erst begonnen hat.

Bezeichnend für diese Welt sind in meinen Augen auch die Kommentare derjenigen Leser, die sich Bücher illegal von Piratenplattformen herunterladen. Nach dem Lesen eines ganzen Schwungs solcher Kommentare ist mir bewusst geworden, dass diese Leute Kreativarbeitern mit einer ungekannten Verachtung entgegen treten. Sie scheinen es nicht zu verstehen, dass Bücherschreiben – oder auch Musikmachen, Fotografieren, Malen usw. – eine kräftezehrende Arbeit ist, für deren Erfolg die Künstler, Autoren, Musiker, Hörbuchproduzenten nicht nur Lebenszeit investieren, sondern auch eine Menge Geld. So wie jeder Unternehmer oder Freiberufler seine Betriebskosten hat. Egal ob er Brötchen verkauft oder eben E-Books. Neben der Tatsache, dass solche Leser die Autoren bestehlen, verhöhnen sie diese auch noch. Nach der Lektüre der Kommentare keimt in mir der Verdacht, dass sie durch die illegalen Downloads nicht nur Geld sparen wollen. Es scheint ihnen zudem eine Chance zu bieten, Kreativarbeiter dafür abzustrafen, weil sie es wagen über das Hamsterrad des grauen Alltags hinaus, ihre eigenen Ideen und Projekte zu verwirklichen.

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Weiterführende Links, …

… die ich nicht richtig verlinke, da meines Wissens seit kurzem Webseiteninhaber für die Inhalte auf verlinkten Seiten haften müssen.

Gesperrte Piratenplattform:

https://lul.to/

Blogbeitrag, aus dem hervorgeht, dass die lul.to-Betreiber unter dem verdacht stehen, auch den Hansa Market, einen Darknet-Marktplatz, betrieben zu haben. Dort wurden dann keine E-Books, sondern Waffen und Drogen vertickt.

https://ebook-tipps.blogspot.de/2017/07/neue-entwicklung-im-fall-lulto.html

Diskussion mit Lesern, die E-Books illegal downloaden

tarnkappe.info/nach-der-schliessung-von-lul-to-selbstpublisher-erstatten-strafanzeige-gegen-die-nutzer/

E-Book-Betrügereien auf Amazon:

http://www.sueddeutsche.de/digital/internet-kolumne-netznachrichten-1.2984229

Und hier etwas aktueller auf Englisch aus Autorensicht samt Verdachtsfall: https://davidgaughran.wordpress.com/2017/07/15/scammers-break-the-kindle-store/

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Ein kleiner Meilenstein

schmetterling-2Nachdem es in den vergangenen Monaten so aussah, als könnte ich mir das Schreiben auf längere Sicht abschminken, gab es in den letzten drei Wochen einen Schub nach vorne. Ich habe einfach meinen Jahresurlaub genutzt, um durchzuschreiben.

Wandern, im See baden und was man sonst noch so alles macht, wenn man ins Grüne fährt, habe ich weitestgehend geknickt und jede Minute genutzt, um mein altersschwaches Laptop zu quälen, an dem andauernd die „E“-Taste abfällt. Mit dem erstaunlichen Erfolg, dass ich mich nach dem Urlaub noch kaputter fühle als vorher und – was noch viel wichtiger ist – dass ich den Rohentwurf für Trywwidt III fertig auf dem Rechner habe. Ach ja und die „E“-Taste ist auch viel kaputter als vorher.

Ich hoffe, in der Geschichte um die Elfe „Trywwidt“ endlich alle offenen Fädchen verknüpft und vernäht zu haben. Jetzt heißt es wieder warten und auf das nächste Zeitfenster hoffen. Dann kann ich mit der Überarbeitung loslegen.

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Im Sog des Strudels

wegEin Strudel hat sich unter meinen Füßen aufgetan. Er saugt und zerrt an mir. Nicht wirklich an mir persönlich, sondern an dem, was die Autorin Klara Bellis ausmacht. Oder ausgemacht hat? Der Strudel dreht sich schneller und schneller. Seine Kraft wächst und mit jeder Umdrehung reist er Fetzen von „Klara Bellis“ mit sich, zerfetzt er die seltsame Web 2.0-Identität, die an mir klebt wie eine falsche zweite Haut. Er saugt sie Schnipselchen für Schnipselchen von mir herunter. Mir fehlt die Kraft, die Schnipsel aufzufangen, da ich alle Kraft brauche, um mich selbst festzuhalten, um nicht vom Alltag fortgerissen zu werden.

Dennoch muss ich sie festhalten, die Schnipsel einer trügerischen Hoffnung, denn wenn sie alle abgefetzt sind, bleibt nichts weiter von mir übrig als eine Bügelwäschebändigerin, eine Spülmaschinenbestückerin und eine Servicekraft für das Katzenklo. Eine eigenschaftslose Menschmaschine. Austauschbar und stumm.

Im Moment wachsen die Zweifel über den Mut, den ich für das Schreiben brauche, um mir die Erlaubnis zu erteilen, die Zeit von den wichtigen Dingen im Leben zu stehlen und diese in Form von Buchstaben, Wörtern und Sätzen zu konservieren. Trotzdem bleibe ich dran am Trywwidt-Projekt. Irgendwie und irgendwann schaffe ich das schon. Vielleicht.