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Aufbruchsstimmung: Dieser Herbst ist mein Frühling

Zur Zeit geht es bei mir Schlag auf Schlag. Den Sommer über habe ich an der Druckausgabe von Trywwidt II gearbeitet. Seit Oktober ist das Taschenbuch im Handel erhältlich. Im Buch sind, genau wie im ersten Teil, wieder ein paar Illustrationen von mir zu finden.

Wenn alles klappt, werde ich vielleicht sogar eine Lesung zum zweiten Band in einem Leipziger Club machen.

Meine Coverbild-Künstlerin Anke Merzbach hatte zudem die Idee für fetzige Magnet-Lesezeichen, sodass ich mit dem Gedanken spiele, mal wieder eine Verlosung auf Facebook zu starten.

Auch zur Pressearbeit konnte ich mich motivieren. Vermutlich wegen des Energieschubs, den mir die zufällig im Kühlschrank gefundene Schokolade verpasst hatte.

 

Neben der Druckausgabe von Trywwidt II habe ich im Oktober mit Schattenruf eine echte Neuerscheinung vorzuweisen. Eine Erzählung, die mit meinen Trywwidt-Romanen im lockeren Zusammenhang steht. Wenn man so will eine Art „Sequel“.

Sie ist als E-Book erschienen und kann kostenlos in so ziemlich allen Shops heruntergeladen werden.

Das Cover habe ich dieses Mal selbst gestaltet. Es musste schnell gehen und es hat Spaß gemacht.

 

Und noch ein weiteres meiner E-Books schafft gerade den Sprung aus der virtuellen in die reale Welt. Die Schrägen Biester gibt es schon seit einigen Jahren als Ausstellung im Bergzoo in Halle (Saale) sowie als Kindle-E-Book. In letzter Zeit haben sich die Anfrage gehäuft, ob es die in der Ausstellung gezeigten „Biester“ nicht auch als Buch zu kaufen gäbe. Also habe ich – Augen zu und durch – das Projekt in Angriff genommen und eine Druckvorlage erstellt. Diese werde ich, wenn nichts dazwischen kommt, in der ersten Novemberwoche bei Books on Demand hochladen und zum Druck freigeben.

Und weil das noch nicht reicht, scheint gerade ein tolles Kinderbuch im Lektorat zu sein, zu dem ich Illustrationen geliefert habe. Das Buch soll noch im November erscheinen. Aber dazu mehr, wenn es soweit ist.

 

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Autorenleben im Web 2.0

Manuskriptseiten

Arbeit an der Druckversion zu „Schräge Biester“

Neben meiner Webseite habe ich, wie vermutlich sehr viele andere Autorinnen und Autoren, eine Facebookseite. Auf dieser berichte ich von meinem Leben als Indie-Autorin.

Menschen, die meine Seite geliket haben, erfahren, wenn ich etwas Neues veröffentliche oder andere Erfolge vermelden kann. Leider besteht das Autorenleben nicht nur aus Erfolgen, die einem mühelos zufliegen und nur darauf warten, in die Welt posaunt zu werden. Eher das Gegenteil ist der Fall. Zumindest in meinem ganz speziellen Fall.

Ich empfinde das Schreiben als etwas unglaublich Spannendes und Bereicherndes – nicht zuletzt, wenn ich von Lesern Feedback via Rezension oder Mail bekomme. Und zugleich kann das Schreiben auch anstrengend sein.

Einerseits fällt es mir leicht, stundenlang vor dem Rechner zu sitzen und Wörter in die Tastatur zu hämmern. Heimlich bezweifle ich sogar die Existenz jener mysteriösen Schreibblockade, die andere Autoren immer wieder zu plagen scheint. Wobei ich das nie laut sagen würde. Genauso wenig, wie ich die Existenz von Kopfschmerzen verneinen kann, nur weil ich selbst noch nie im Leben welche hatte.

Und dann ist da dieses „Andererseits“. Die Zeit, die oft zum Schreiben fehlt. Der Alltag, der den Kopf so dicht und müde macht, dass an Schreiben nach der Arbeit oder am Wochenende zwischen den Wäschebergen nicht zu denken ist. Die Selbstzweifel, die an mir nagen: Ist der Text gut genug? Kann ich es wagen, mich mit meinen selbstverlegten Büchern an die Presse oder an den Buchhandel zu wenden? Kann so jemand wie ich eine Lesung machen? Dann die Zweifel an meinem Text, die aufkommen, wenn ich die nur langsam wachsende Anzahl von Rezensionen im Webshop sehe oder die eher bescheidenen Verkaufszahlen. Auch das gehört zum Alltag. Zumindest zu meinem Alltag als Indie-Autorin.

Ich sehe es deshalb nicht als meine Mission an, die sozialen Netzwerke oder meine Webseite pausenlos mit Erfolgsmeldungen vollzuschreiben, gespickt mit Herzchen und Küsschen und diversen Hinweisen darauf, wie überglücklich und unglaublich aufgeregt ich bin. Ich versuche eher, so gut es geht, ein halbwegs reales Bild meiner Autorenpersönlichkeit abzugeben. Dabei kann ich nicht ständig in Partystimmung sein und betrunken vor Freude an mir selbst das Internet volljubeln.

Auch wenn ich manchmal selbstironisch bin und manchmal vielleicht auch ein ganz kleines bisschen verzweifelt, mindert das weder meinen Spaß am Schreiben noch die Qualität meiner Texte.

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Gedanken zum Welt-Mädchentag

Hexenmädchen fliegt auf dem BesenNeben meiner Romanschreiberei arbeite ich unter anderem im Bereich Social Media. Alles, was in diesem Job zählt, scheint das Posten von Beiträgen bei Facebook zu sein – gern auch völlig sinnbefreit – , die eine hohe Reichweite erzielen. Eine sichere Bank für vergleichsweise hohe Reichweiten sind im Moment schöne Fotos auf denen ein nachdenklicher Spruch draufgeschrieben ist. Irgendeine Kalenderweisheit oder die hohe Schule der Küchenphilosophie, bei der man beim Durchlesen mit dem Kopf nicken und „Genauso ist es!“ sagen kann.

Am Welt-Mädchentag bot es sich natürlich an, eine solche Text-Bildmontage zum Thema „Mädchen“ zu posten. Also machte ich das, was ich in solchen Fällen immer mache: Ich stöberte in Zitatensammlungen im Internet und hielt nach Ideen für geeignete Sprüche Ausschau. Zum Thema „Mädchen“ fand ich viele. Aber auf den ersten und auch auf den zweiten Blick keinen einzigen, der für diesen Anlass geeignet gewesen wäre.

Nach dem Lesen der Sprüche war ich ziemlich niedergeschlagen. Ich fühlte mich als Mädchen, das ich vor vielen Jahren war, in den Dreck gezogen. Genauer von einer Person zu einer Sache degradiert. Und es wurde mir mal wieder bewusst, wie verzerrt die Sicht der Menschen – oder der Männer (?) oder mancher/einiger/vieler Männer (schließlich darf man nie alle über einen Kamm scheren) – in den vergangenen Generationen selbst auf so etwas Unverfängliches wie ein Kind war, wenn es denn weiblichen Geschlechts war. Ein Blick, der auch auf das zur Frau gereifte Mädchen nicht wirklich besser wurde und bis heute wird.

Ich hole mir jetzt meinen Brecheimer und ihr könnt gern in der Zeit ein paar der Zitate* lesen, die mich zu diesem Blogbeitrag inspiriert haben.

(( *) Ich bin mir dessen bewusst, dass mit dem Begriff „Mädchen“ in den weiter unten stehenden nachdenklichen Sprüchen nicht ausschließlich kleine Kinder gemeint sind, sondern auch junge, unverheiratete Frauen. Was wiederum ebenfalls für sich spricht. Denn durch die Bezeichnung „Mädchen“ wird der jungen Frau quasi ihre mündige Erwachsenenschaft abgesprochen und sie wird zum kleinen Kind degradiert, das nicht eigenständig denken und handeln kann und das nichts zu melden hat in der Erwachsenenwelt. Als mir dieser Zusammenhang neulich bewusst wurde, habe ich übrigens den Text in „Trywwidt II“ geändert, in denen sich Korwin an einer jungen Frau satt trinkt. Ich habe – hoffentlich alle – Stellen, in denen das Wort „Mädchen“ auftauchte in Frau/junge Frau geändert.))

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Ein Mädchen vor dem Spiegel ist die Frucht, die sich selber ißt.

– Friedrich Hebbel –

 

Über äffische Mädchen lachen Fenster und Wege.

– Sorbisches Sprichwort –

 

Schöne Mädchen und zerrissene Kleider bleiben überall hängen.

– Deutsches Sprichwort –

 

Ein Mädchen ist leichter zu beurteilen als ein Gedicht.

– Blaise Pascal –

 

Ein Mädchen ohne Freund ist wie ein Frühling ohne Rosen.

– Aus Frankreich –

 

Junge Mädchen suchen durch Naivität das nur zu scheinen, was sie wirklich sind; nämlich: dumm.

– Heinrich Martin –

 

Dem Herzen eines Mädchens ist ihre eigene Schönheit und ihr Liebreiz teuer.

– Ovid –

 

Mädchen und Eier muß man nie lange aufheben.

– Deutsches Sprichwort –

 

Guter Essig und ein schönes Mädchen ist kein Schaden im Hause.

– Deutsches Sprichwort –

 

Das junge Mädchen ist eine Blume, die junge Frau ist eine Frucht; ist die Frucht schlecht, was muß man von der Blume denken?

– Aus China –

 

Das Mädchenherz ist ein eigensinniges, welches in günstiger Stunde gefangen und gefesselt sein will.

– Heinrich Laube –

 

Die Mädchen lernen leichter fühlen als die Männer denken.

– Voltaire –

 

Mädchen lieben Puppen, weil sie früher schon Personen mehr lieben als Sachen.

– Jean Paul –

 

Mädchen und Gold [sind] desto weicher […], je reiner sie sind.

– Jean Paul –

 

Ein blühendes Mädchen ist das reizendste Symbol von reinem guten Willen.

– Friedrich von Schlegel –

 

Ein wildes Mädchen ist ein eben solches Unding wie eine betrunkene Nachtigall; ein geziertes die Parodie des mißhandelten Ideals.

– Karl Christian Ernst Graf von Bentzel-Sternau –

 

Jeder Knabe ist ein Kandidat der Unsterblichkeit, jedes Mädchen ein kleines Fragezeichen des Glücks.

– Carl Ludwig Schleich –

 

Mädchen sind wie Früchte, angenaschte verlieren ihren Wert.

– Junggesellenbrevier (Um 1900) –

 

Quelle: www.aphorismen.de

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Druck

Mensch wird durch Zahnradgetriebe beinahe zermalenMeine Schreiblaune treibt sich mal wieder ganz tief unten im Keller herum. Keine Ahnung, wie ich es immer anstelle, aber anstatt meine ab und zu vorhandene freie Zeit zum Schreiben zu nutzen, rotiere ich durch die Gegend, versuche dem Hausfrau- und Mutterspiel irgendwie gerecht zu werden oder arbeite bis spät in die Nacht an Projekten, die sich so ganz nebenbei ansammeln. Und dann kommen noch Besuche bei Freunden oder der Familie hinzu, der obligatorische Arzttermin oder eine urplötzlich über mich hereinbrechende Weiterbildungsveranstaltung … und „Wusch!“ sind die freien Tage wie durch Zauberhand verdunstet, und übrig bleibt der pure Stress und das Bewusstsein, es wieder nicht geschafft zu haben und auf absehbare Zeit keine wirkliche Zeit zum Schreiben zu finden.

Richtig schlecht wird mir, wenn ich in irgendwelchen Blogbeiträgen sinngemäß lese: „Du musst nur wollen, dann kannst du alles schaffen.“ Oder: „Die Zeit, die du bei Facebook verbringst, hättest du auch fürs Schreiben nutzen können.“ Ein Grund, warum ich inzwischen Blogs mit Schreibtipps meide wie Korwin Schwarzvogel die Sonne.

Ich weiß nicht, wie es anderen geht. Bei mir läuft es so, dass ich nach acht Stunden im Job und vier Stunden Kinderbespaßung samt Haushaltskram und mal schnell noch an einem Projekt für einen Auftraggeber herumarbeiten einfach nur noch Watte im Kopf habe. Da ist ans Überarbeiten von Texten nicht mehr zu denken. Einen lockeren Spruch bei Facebook posten, einen Blogartikel lesen oder diesen Text hier mal schnell in die Tastatur hämmern, das schaffe ich gerade noch so. Aber sobald es darum geht, in mein Manuskript einzutauchen, die Protagonisten vor mir zu sehen, mich in sie hineinzuversetzen, sie zum Leben zu erwecken und an der Sprache zu feilen, um den Text geschmeidig zu machen, das kann ich nach solchen Tagen vergessen. Und diese Tage überwiegen derzeit in meinem persönlichen Kalender. Zumal immer noch das Gewissen drückt, von den Pflichtsachen (Haushalt, Familie, Projekte), nur einen Bruchteil geschafft zu haben. Allein schon durch diesen Druck ist es mir nicht möglich, meine Gedanken ohne schlechtes Gewissen treiben zu lassen. Eine Grundvoraussetzung für mich, um schreiben zu können.

Ich fiebere jetzt auf Anfang Oktober hin. Mit Glück habe ich dann eine Woche frei und könnte wieder in den Text eintauchen. Dieser Dauerzustand des unbedingt Wollens und nicht Könnens reibt mich immer mehr auf. Trotzdem halte ich an meinem Plan fest, den dritten Trywwidt-Teil noch zu einem hoffentlich guten – oder schrecklichen – Ende zu bringen, bevor ich die Sache mit dem Schreiben ganz weit nach hinten in irgendeinen Schrank packe, ohne zu wissen , ob ich sie jemals wieder von dort hervorkramen kann.

PS: Und bevor jetzt jemand denkt: Hey! Sie hat offenbar Zeit, komische Grafiken mit komischen Zahnrädern zu malen, aber angeblich keine Zeit, um zu schreiben. Falsch geraten. Die Grafik habe ich erstellt, während ich darauf gewartet habe, dass die Kartoffeln kochen. In den zwanzig Minuten mit Blick auf die tickende Uhr hätte ich es leider nicht geschafft, auch nur einen einzigen Satz so zu überarbeiten, dass er auch Bestand hätte.

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Und es frustet wieder

Vor einigen Monaten hatte ich durch meinen chronischen Zeitmangel, was das Schreiben angeht, einen ziemlichen Frustschub. Damals war ich kurz davor, „Klara Bellis“ abzuschaffen und nur noch still und heimlich vor mich hinzuschreiben, bis ich das „Trywwidt“-Projekt beendet hätte, um dann endgültig meinen halb kaputten Laptop einzumotten und mich erfreulicheren Dingen zuzuwenden.

Dann kamen zwei Wochen Urlaub und die Wörter brachen nur so aus mir heraus, sodass ich zwar nichts von meinem Urlaubsort zu sehen bekam, dafür aber in Rekordzeit den Rohentwurf für den dritten und letzten Trywwidt-Teil beenden konnte.

So langsam wuchs wieder ein kleines Hoffnungspflänzchen, dass ich es mit der Selfpublisherei vielleicht doch irgendwie auf die Reihe bekomme. Trotz Job und Familie und Haushalt und was sonst so im Leben anliegt. Mit neuem Schwung kämpfte ich fast den ganzen August mit dem Schriftsatz für die Druckausgabe des zweiten Trywwidt-Teils, der bisher nur als E-Book existiert. Der Plan war, das Ganze bis September bei Books on Demand hochzuladen und neben der hochoffiziellen Veröffentlichung der Taschenbuchausgabe einen ganzen Bücherstapel Geburtstagsgeschenke hervorzuzaubern, denn einige Leute, die ich mit dem Buch beglücken wollte, haben im September Geburtstag. Außerdem gab es inzwischen eine Anfrage zu einer Lesung, die auch schon wieder einige Wochen zurückliegt und die ich nicht im Sande verlaufen lassen wollte.

Seit gut einer Woche ist der Schriftsatz für die Druckausgabe fertig. Ich bräuchte es nur noch hochzuladen und auf „Drucken“ drücken. Leider ist dieser kleine Schritt seit gestern in weite Ferne gerückt, da es im Moment unklar ist, wann ich die Datei für das Taschenbuchcover geliefert bekomme. Also muss ich wieder abwarten, geduldig sein, hoffen, dass ich meinen Freunden mit der Schreiberei und den damit verbundenen Bitten nicht den letzten Nerv raube, denn auch die haben  – wie es der Zufall will – alle ihr eigenes Leben und nicht immer Zeit für die spontanen Wünsche von exzentrischen Indie-Autorinnen. Und zwischendurch heißt es: Immer mal wieder ganz vorsichtig nachfragen und höflich darum bitten, ob es vielleicht doch mal irgendwann eventuell klappen könnte.

Genau solche Hänger im Projekt, die Momente, in denen ich absolut nichts beeinflussen kann und bei denen ich nicht ansatzweise abschätzen kann, wie lange sie andauern werden, rauben mir den letzten Nerv.

Durch meine Ausflüge in die Malerei bin ich es gewohnt, die Fäden in der Hand zu halten und mir meine Zeit, die ich an einem Projekt arbeite, nach Belieben einteilen zu können. Durch das Schreiben ist das anders geworden. Hier kann ich nicht alleine bestehen, sondern bin auf die Hilfe und Zuarbeit anderer angewiesen. Leider ist das so überhaupt nicht mein Ding und ich setze gedanklich einen weiteren dicken fetten Minuspunkt an das „Hobby“ Schreiben, das für mich weit mehr als ein putziges Hobby* ist.

*) Ich finde dieses Wort ganz schlimm und muss dabei immer an ältere Damen denken, die um die Wette Schals stricken oder mit der Serviettentechnik Blumentöpfe bekleben. Obwohl beides, wenn man mit dem Herzen dabei ist, sicher riesigen Spaß macht.